»Ich bin nicht hergekommen um mich hier zu prügeln,« rief Hendricks abwehrend –

»Feigling!« höhnte ihn John, und schien nicht übel Lust zu haben, trotz alledem auf ihn einzuspringen; der Major aber, der sich indessen mit einigen der alten Backwoodsmen unterhalten hatte, trat rasch dazwischen und sagte abwehrend:

»Boys, um Gottes Willen, fangt untereinander keinen Streit an. Wir haben da draußen alle Hände voll zu thun, um mit den verwünschten Abolitionisten fertig zu werden, und wenn Ihr denen die Fäuste zeigen wollt, ist's ja recht, aber nicht hier Freund gegen Freund. Das wäre den Yankees gerade recht, wenn sie uns hier im Süden selber gegeneinander hetzen könnten.« –

»Dann muß uns so ein hergelaufener Lump aber auch nicht mit Plündern anlocken wollen!« trotzte John, der noch immer gar nicht übel Lust zu haben schien, den Kampf aufzunehmen.

»Ich habe nur gesagt, daß von Plündern gesprochen ist,« rief Hendricks, »ich denke nicht daran, selber so 'was zu thun.«

»Frieden! haltet Frieden!« riefen jetzt auch Einige der älteren Leute. »Es fließt Blut genug im Lande, Jungens, laßt uns das Elend nicht auch an den Fourche-la-Fave verpflanzen und erst einmal hören, was der Major zu sagen hat. Sprecht Major, Ihr habt uns ja hierhergerufen, was soll's eigentlich.«

»Ja, Gentlemen,« begann der Major, indem er seine Militärmütze abnahm und sich mit der Hand durch die Haare fuhr, »die Sache ist höllisch einfach und nicht viel darüber zu sagen. Ihr habt bis jetzt hier gelebt, als ob Euch der Krieg, der da draußen geführt wird, gar nichts anginge, aber das muß eben ein Ende nehmen. In Missouri sammeln die verdammten Yankees mehr und mehr Truppen an, weil es ihnen unbequem ist, daß wir den Mississippi hier haben und besetzt halten. Die also können jeden Augenblick bei Euch einbrechen und dann sitzt Ihr da, Nichts ist organisirt, kein Commando, keine Ordnung und Alles zerstreut im Busch, wo man Euch nachher einzeln aufsuchen und gefangen in die Yankeestaaten hinaufschleppen kann.«

»Aber, Major,« sagte der alte Klingelhöffer, ein Deutscher, der seit 30 Jahren in diesen Wäldern lebte, »red't keinen Unsinn. Wenn die Unionstruppen wirklich einmal hier durchmarschirten, und Streifcorps sind schon ein paar Mal in der Nähe gewesen, so haben sie genug für sich selber mitzuschleppen, als daß sie sich auch noch Gefangene aufladen sollten. Daß sie uns Rinder schlachten werden, um was zu leben zu haben, ja, das ist möglich, aber weiter geschieht auch Nichts, und wenn wir unsere jungen Leute in den Krieg schicken, können sie nachher erst recht machen, was sie wollen.«

»Daraus wird Nichts,« sagte der alte Jenkins, ebenfalls ein treuer Unionsmann, der finster daneben auf einer Wagendeichsel gesessen und an einem Spahn herumgeschnitzt hatte. »Unsere jungen Leute dürfen nicht fort von hier; nachher ist der Wald leer und unsere Kinder können hungern und verderben. Laßt es die ausfechten, die das Blutvergießen verschuldet haben.«

»Ist auch meine Meinung,« nickte der alte Hogau, der oben vom Fourche-la-Fave heruntergekommen war, »wir oder die Unseren haben Nichts draußen zu thun, wir gehören hier in die Range, und wenn uns dann Jemand belästigen will, ei zum Wetter, dann haben wir auch noch unsere Büchsen und hier zwischen den Bäumen drinn, soll ihnen der Platz bald zu warm werden.«