»Aber Gentlemen!« rief der Major, »es spricht ja kein Mensch davon, daß die jungen Leute hier den Staat verlassen sollen. General Lee selber ist dagegen und stimmt ganz mit Ihrer Ansicht überein, daß es eben gefährlich wäre, die Wälder hier von ihren Vertheidigern zu entblößen. Nur organisiren sollen Sie sich und eine sogenannte Landwehr bilden, um im Fall eines Angriffs im Stand zu sein, sich augenblicklich unter ihren Führern zu sammeln, und ich glaube, das ist doch nur in Ihrem eigenen Interesse und zu Ihrem eigenen Besten gehandelt.«

»Ich sehe den Grund nicht ein,« rief Klingelhöffer; »zum Henker auch, wir haben die Mittel und Wege, unsere jungen Leute auf den Fleck zu bekommen, wenn sie nothwendig gebraucht werden sollten, und in Reih' und Glied können wir hier im Walde doch nicht kämpfen. Uebrigens« – setzte er langsamer hinzu – »weiß ich auch gar noch nicht einmal gegen wen wir fechten und wer von den beiden Partheien unser schlimmster Feind ist.«

»Aber Mister – entschuldigen Sie, ich kann Ihren Namen nicht behalten,« rief der Major, »Sie reden gerade, als ob Sie noch nicht einmal wissen, ob Sie auf Seite der Südstaaten oder der Abolitionisten treten sollten.«

»Weiß ich auch nicht,« brummte der alte Mann störrisch, indem er seinen Hosengürtel in die Höhe zog, »denn einverstanden bin ich mit der ganzen Geschichte nicht, weil sie eben Lügen braucht, um sich fortzuhelfen.«

»Lügen, Mister?«

»Jawohl, Lügen,« brummte der Alte, »denn, wenn die Berichte alle wahr wären, die wir hier hergeschickt kriegen, so könnten die Yankees schon gar keine Soldaten oder überhaupt noch Menschen haben, so viele sind in jeder Schlacht gefallen und so geschwind sind die Anderen gelaufen. Dabei wird aber der ganze Krieg eben nur in den Südstaaten geführt; nicht einmal über dem Ohio drüben haben sich die Südlichen halten können, und uns wollen sie jetzt auch noch mit hineinziehen.«

»Aber das verlangt ja Niemand.«

»Gut, dann überlaßt das Andere auch uns selber, wir wollen die Sache schon hier in Ordnung halten. Hat sich überhaupt Niemand sonst darum zu kümmern.« »Wär' auch etwa meine Meinung,« nickte Jenkins. – »Wir alten Colonisten hier haben jetzt herangewachsene Jungen, die selber schon Männer geworden sind und können es denen ruhig überlassen.«

»Und dann wohnen wir hier auch in keiner Stadt,« fiel Hogan ein, »wo in der Zeit der Noth ein Nachbar dem anderen beispringen kann, und wenn Einen was bedroht, der Andere ebenfalls davon wissen muß, weil er dicht daneben sitzt. Wenn hier in unsere einzelnen Farmen eine Bande einbricht, so können sie thun und lassen, was sie wollen, nicht einmal das Knallen der Gewehre hört man beim Nachbar. Wenn die Südstaaten deshalb etwas für uns thun wollen und überhaupt die Yankees, wo sie sich blicken lassen, vor sich hertreiben, weshalb räumen sie denn da nicht unseren Nachbarstaat Missouri von den Abolitionisten? nachher hätten wir hier gewiß Frieden.«

»Das kann aber nur geschehen, wenn wir selber mit dazu helfen,« rief jetzt Hendricks – »was sagt Ihr Boys – wär' das nicht gerade das Rechte für uns hier, aus dem Wald gen Norden aufzubrechen und die Wälder vor uns, wenn wir mehr hinaufzögen, rein zu fegen von dem Gesindel, das sich darin versteckt hält.«