Der Pfad war ziemlich schmal und das kleine Gestrüpp an beiden Seiten desselben, wie auch überall in diesen Wäldern, in den letzten Jahren wild und üppig emporgeschossen, aber verfehlen konnte Bill seinen Weg schon deshalb nicht, weil ihn die hin- und herwechselnden Kühe offen und betreten gehalten. Trotzdem wurde seinen Begleitern die Zeit lang und der Schwarze brummte.
»Höre mein Bursch, wenn Du glaubst, daß Du uns hier zum Narren haben kannst, so bist Du im Irrthum. Soweit vom Haus hat der alte Boyles sein Geld wahrhaftig nicht begraben. Sind wir bald da?«
»Seht Ihr den lichten Fleck da vorn?« fragte der Knabe.
»Gleich da vor uns die Oeffnung?«
»Ja – dort ist's – aber Mr. Boyles wird so böse werden.«
»Sorg Dich nicht um den, mein Bursche,« lachte der Schwarze, »denn wenn Du unter unserem Schutz stehst, wird er wohl die Hände von Dir lassen. Liegt denn das Geld so dicht am Pfad?«
»Nur ein klein Stückchen rechts davon, – er hat abgebrochenes Holz darüber gezogen, damit es Niemand finden kann.«
»Gescheut gemacht, alter Gesell,« lachte der mit dem Bart – »Boyles ist von jeher ein grundpfiffiger Kerl gewesen – und nun mein kleiner Bursch, da sind wir an der Stelle. Wo ist jetzt der Platz?«
»Gleich da drüben, seht Ihr unter dem Baumwollenholzstumpf, den der Blitz abgeschlagen hat.«
Der Jay-hawker blieb stehen und zwang dadurch auch die Anderen, zu halten. Wie das Wild, ehe es eine größere Waldblöße erreicht, stehen bleibt und umhersichert, ob ihm auch von keiner Seite Gefahr droht, so blieb der den Gesetzen verfallene Mörder ebenfalls halten und überflog rasch mit seinem Blick die angrenzenden Büsche. – Aber selbst sein scharfes Auge konnte nichts Verdächtiges bemerkt haben, doch Bills kleines Herz klopfte ihm wie ein Hammer in der Brust. Der Moment war gekommen, und obgleich er selber den Versteck der Freunde kannte, war er nicht im Stande, auch nur das Geringste von ihnen zu bemerken. Hatte ihnen die Zeit zu lange gewährt und die Schaar den Platz verlassen? – was dann?