»Elfenbein!« sagte dieser, aber wirklich überrascht von der Masse, die er da drinnen aufgeschichtet sah. »Bless my soul, die scheinen ja sämmtlichen Elephanten die Zähne ausgerissen zu haben. Junge, Junge, wo habt Ihr all' das Elfenbein her?«

»Nun?« sagte der Schwarze, augenscheinlich von dem Erstaunen der Fremden befriedigt; »hat der König zu viel gesagt?«

Da drinnen lag in der That ein unschätzbarer Reichthum von werthvollen und zum Theil außerordentlich großen Elephantenzähnen aufgeschichtet, und der Löwe schien dabei als trefflicher Wächter zu dienen. Entsetzt rief aber der Doktor aus, als er den Blick jetzt in dem inneren Raum umher schweifen ließ: »Heiliger Gott, was ist das? füttert Ihr denn hier die Bestie mit Menschenfleisch? Sehen Sie um des Himmels willen die Schädel und Knochen, Brooks, die da drin umhergestreut liegen.«

»Das ist nichts,« sagte der Eingeborne gleichgültig, »nur Sklaven oder Kriegsgefangene, wenn sie krank oder schwer verwundet sind. Ja Zambiri ist ein großer König und gerade jetzt jagen unsere Truppen einen feindlichen Stamm. Wenn Ihr ein paar Tage hier bleibt, könnt Ihr sie mit Beute beladen zurückkehren sehen.«

»Und das Elfenbein gehört Alles dem König?«

»Alles, und noch weit mehr, viele große Büffelhörner voll Perlen, Schildpatt, Gold. Zambiri ist sehr reich, es ist ein großer König.«

»Und verkauft er die Zähne?«

»Gewiß,« nickte der Dolmetsch, »aber es kommt darauf an, was Du ihm bieten kannst. Viel mußt Du ihm bringen, und vor allen Dingen Geschenke für ihn, sonst macht Ihr ihn nur böse, und dann ist er furchtbar, wie ein Löwe selber.«

»Die kleine schwarze Bestie,« brummte der Doktor leise vor sich hin, bemerkte aber auch in demselben Augenblick den nämlichen kleinen schwarzen Burschen, der vorher auf dem Rücken des Königs herumgestiegen war, und der nun in einiger Entfernung hinter dem Dolmetsch stand und ihm geheimnißvolle, aber scheue Zeichen machte. Sollte das eine Warnung sein, und drohte ihnen Verrath? Fast unwillkürlich griff er mit der Hand nach dem unter dem Rock versteckten Revolver, der Kleine aber, als ob er die Bewegung verstanden hätte, schüttelte mit dem Kopf und deutete auf seinen Mund. Wollte er ihm etwas sagen? Jedenfalls mußte er in seine Nähe zu kommen suchen, aber der Dolmetsch war ihm dabei im Weg.

»Schafft mir den schwarzen Kerl einen Moment bei Seite, Steuermann,« flüsterte er diesem rasch zu, »geht mit ihm zum Boote, ich folge.«