Es war eben vier Uhr vorbei, und Casper Bockenheim saß am offenen Fenster, die Füße gegen ein niederes eisernes Gitter gestemmt, seinen Kaffee neben sich und rauchte seine Cigarre, als der eine Peon herein kam und meldete, es sei ein fremder Herr draußen, der den Sennor zu sprechen wünsche.
»Mich? – Hol' ihn der Teufel,« brummte der Deutsche, »er soll zu meiner Frau gehen, die wird ihn herumführen. Ich habe mit der Geschichte Nichts zu thun und will ungestört meinen Kaffee trinken.«
»Aber er will Sie selber sprechen, Sennor.«
»Mich selber? Wer ist es denn?«
»Ich kenne ihn nicht,« sagte der Peon, »er spricht sehr gut kastilianisch, aber mit einem so sonderbaren Accent. Aus Peru kann er nicht sein.«
»Hm,« brummte Bockenheim leise vor sich hin, »und wie sieht er aus?«
»Ja, ich weiß nicht; er trägt einen großen Bart und hat einen sehr schönen Poncho umhängen, als ob er von der Reise käme.«
»Na, so laß ihn in des Bösen Namen herein. Frag' ihn aber erst, ob er die Möbel sehen will, und wenn er Ja sagt, schick' ihn zu meiner Frau; die wird am besten mit den Leuten fertig.«
Der Peon ging, kehrte aber gleich darauf mit dem Fremden zurück, der ihm auf dem Fuß folgte. Bockenheim war verdrießlich; er haßte Nichts mehr, als sich spanisch zu unterhalten, denn wenn auch schon längere Jahre im Land, konnte er mit der Sprache doch noch nicht gut fertig werden, und mißhandelte sie auch auf das Grausamste. Er war langsam aufgestanden, um den Fremden zu begrüßen und zu hören, was er wolle – aber er kam nicht weit. Wie nur sein Blick auf die Züge des vor ihm Stehenden fiel, war es ihm, als ob ihm Jemand einen Stich durch's Herz gäbe. Er fühlte, daß er leichenblaß wurde, seine Kniee zitterten, und er mußte sich an dem nächsten Stuhl festhalten, um nicht zusammen zu sinken.
Dem Fremden konnte auch die Erregung, die den Deutschen erfaßt hatte, nicht entgehen. Ein spöttisches, fast verächtliches Lächeln zuckte aber nur um seine Lippen und er sagte trocken: