»Paß in Ordnung?« fragte der Beamte.

»Alles – wenn Sie erlauben –«

»Nachher – jetzt ist keine Zeit dazu,« wehrte aber der Bürgermeister ab, der übrigens wie ein ganz gewöhnlicher Mensch aussah, nur daß er Schwimmhäute zwischen den Fingern trug – und Hasenmeier überzeugte sich jetzt, daß dies bei allen Uebrigen ebenso der Fall war. Der Bürgermeister aber fuhr fort: »Wir müssen das Dickicht umzingeln und dann zwei Mann hineinschicken – denn meine Hunde wollen nicht dran und ich mag sie auch nicht riskiren. – Zwei Mann, die das Beest aufstören und hinaus in's Freie treiben – und nun vorwärts marsch, damit wir nicht zu spät zum Essen kommen.«

Er hatte dabei sein Gewehr wieder auf eine ganz eigenthümlich rasche Art geladen und fort ging's auf's Neue, gerade auf das furchtbare Dickicht zu, dem Hasenmeier viel lieber, so weit er nur irgend gekonnt hätte, ausgewichen wäre. Es lag ihm auch jetzt gar Nichts daran, daß sie so rasch vorrückten, aber all diese verzweifelten Seemenschen schienen auf einmal eine ganz entsetzliche Eile zu haben, und ehe eine Viertelstunde verging, befanden sie sich dicht vor der Dickung, in welcher das Ungeheuer seinen Mittagsschlaf halten sollte.

Da winkte der Bürgermeister mit der Hand, denn die Seehunde drückten sich scheu zwischen seine Füße – ein sicheres Zeichen, daß die Bestie in der Nähe sei.

»Kameraden,« redete er die kleine Schaar an, »wir sind am Ziel. Da drinnen liegt das Ungeheuer, das unsere Heerden und Hirten frißt, und nächstens auch vielleicht einmal nach Seeburg hinein kommt, um Einen von uns zu holen. Das müssen wir verhüten, denn ein solcher Satan respektirt nicht einmal die Obrigkeit, also zieht Euch jetzt um das Dickicht herum und thut Eure Pflicht, wenn der richtige Moment naht. – Vorher aber zwei Freiwillige vor, die kühn in das Dickicht hineinbrechen und den tückischen Feind zum Weichen bringen – dann läuft er uns nachher von selber in die Hände. – Also habt Ihr mich verstanden? – zwei Freiwillige vor!«

Niemand rührte sich.

»Na?« rief da Bürgermeister entrüstet, und fuhr Hasenmeier an, »Hast Du es nicht gehört, Du Lump! Freiwillige vor! warum kommst Du nicht? soll ich Dir etwa erst Beine machen?«

»Aber bester Herr Bürgermeister,« rief Hasenmeier erschrocken, »als wasserdichter Hutmachergeselle –«

»Wirst Du Dein Maul halten und freiwillig vortreten oder nicht!« schnauzte ihn da noch einmal der Schreckliche an und Hasenmeier sah eben keinen anderen Ausweg als sich für das allgemeine Wohl zu opfern. Nur erst einmal im Dickicht drin, wollte er aber schon Sorge tragen, daß er dem Seeungethüm nicht zu nahe käme, denn es muthwillig aufzustören und böse zu machen, daran dachte seine Seele nicht. – Aber auch hierin sollte er sich getäuscht sehen, da sich der Wirth selber als zweiter Freiwilliger meldete, und jetzt, dem Hutmacher auf die Schultern klopfend rief: