»Ich werde mich pünktlich einfinden.«
»Und noch eine Bitte, bester Freund – könnten Sie nicht für mich eine kleine Skizze – und wenn es nur Aquarell ist – von diesem famosen Teufel machen – aber eine ganz treue Copie, wie? Sie würden mich unendlich verbinden.«
Trautenau sah ihn erstaunt an. War denn der Mann wirklich im Ernst und so ganz verblendet, daß er nicht einmal sein eigenes Portrait erkannte? Aber unwillkürlich lachte er doch auch über die merkwürdige Bitte desselben, und in einem Anfall von wildem Humor rief er aus:
»Sie sollen eine Copie bekommen, Herr Major, verlassen Sie sich darauf – eine treue Copie – und vielleicht schon in nächster Zeit.«
»Sie sind unendlich liebenswürdig, Herr Trautenau,« versicherte der Officier – »also unser Geschäft wäre soweit abgemacht – habe die Ehre,« und militairisch grüßend verließ er das Zimmer, während Trautenau wie in einem wachen Traum mitten in dem kleinen Gemach stehen blieb und ihm nachstarrte.
Konnte denn das auch Wirklichkeit sein? Der Major – sein Major, den er dort als diabolisches Eigenthum an der Wand besaß, war zu ihm gekommen, hatte das Bild betrachtet und sich darüber gefreut, und ihn selber zu Clemence, zu der Geliebten bestellt, um diese zu malen, um ihr Stunden lang in die guten, seelenvollen Augen zu sehen und ihrer zauberholden Stimme zu lauschen? Er vermochte das Riesige des Gedankens und der Consequenzen noch nicht zu fassen, und starrte noch immer, wie in einer Verzückung nach der Thür, als sich diese wieder rasch öffnete und Frank eintrat.
»Weißt Du wer eben hier im Hause war?« – rief er – »ich begegnete ihm unten in der Thür« –
»Der Teufel!« sagte Ernst.
»Er war doch nicht bei Dir?« fragte Frank rasch.
»Allerdings, und hat sich eine Copie von dem Wandgemälde bestellt.«