»Ich denke wohl, Herr Major – wie heißt die Dame?«

»Fräulein Joulard – Sie werden sie wohl kaum kennen – Sie ist ein reizender Vorwurf für ein Bild – eine imposante, prachtvolle Gestalt – ein wahres Meisterstück der Schöpfung. Und wann können Sie damit beginnen? Meine Braut hat sich bereit erklärt, von morgen an dem Bild sitzen zu wollen, und zwar täglich eine Stunde von 12-1 Uhr, acht Tage lang. Wären Sie im Stande das Gemälde in der Zeit zu vollenden?«

»Zu untermalen jedenfalls; ich würde aber dann später noch um einige Sitzungen bitten müssen.«

»Hm, das wird schwer halten; sie hat einen kleinen Trotzkopf, so schön er ist, und wenn sie sich da einmal etwas hineinsetzt – alle Teufel,« unterbrach er sich aber plötzlich lachend, als sein im Atelier umherschweifender Blick auf das riesige diabolische Bild fiel – »Sie haben sich ja da im wahren Sinn des Wortes den Teufel an die Wand gemalt – famos – ganz ausgezeichnet – Hahahahaha.«

Trautenau fühlte wie er über und über roth im Gesicht wurde, und doch auch hatte die Sache wieder etwas unendlich Komisches, daß sich der Major über sein eigenes Bild amüsirte, ohne anscheinend eine Ahnung zu haben, daß es eben sein eigenes sein sollte.

»Verfluchte Idee,« lachte der Major aber noch immer weiter – »und ein Schurz von Wein- und Kartenblättern – famos allegorisch – ja wohl sind das die Attribute des Teufels, lieber Freund, und das Herz, das er mit den Krallen zerbricht, ergänzt die dritte Kraft im Bunde. Ganz ausgezeichnete Idee das – ganz ausgezeichnet. Sie haben Phantasie, mein junger Künstler, und der Teufel dort ist ein wahres Meisterstück.«

»Sie sind zu gütig, Herr Major,« entgegnete Trautenau, bei dem das Humoristische der Situation die Oberhand gewann, »also er gefällt Ihnen wirklich?«

»Ausgezeichnet, sage ich Ihnen – und die Epauletten – höhere Charge natürlich in seiner Beelzebubschen Majestät Armee; wundervoll! – Aber ich muß fort. Also bitte sich morgen früh um zwölf Uhr im Joulardschen Hôtel – wissen Sie wo Joulard wohnt?«

»Ja wohl.«

»Gut – also dort mit Allem was Sie brauchen, einzufinden. Ein kleines Atelier werden Sie auch da antreffen, indem die junge Dame selber viel Sinn für die Kunst hat, und auch zuweilen malt. Und dann noch eins – der Preis – ich glaube, daß Sie sich später darüber mit Herrn Joulard in für Sie sehr befriedigender Weise verständigen werden. Sie laufen dabei keine Gefahr. Also Sie kommen?«