»Nun, mir kann's recht sein,« sagte der junge Maler, »wenn es ihn eben freut. Sobald er aber hinter die Aehnlichkeit kommt, – und gute Freunde werden ihn schon darauf aufmerksam machen, – wird er wüthend werden.«

»Und was weiter?« fragte Ernst trotzig. »Wenn er glaubt, daß ich ihm auch nur den Raum eines Schrittes weiche, so irrt er sich gewaltig.«

Frank lachte. »Wenn ich nur in dem Moment, wo er hinter die Aehnlichkeit kommt, bei ihm sein könnte, – was für ein prachtvoll dummes Gesicht er dann machen wird. Aber zu solchen Aufführungen bekommt man nie ein Billet. Uebrigens kam ich eben her, um Dir zu sagen, daß ich mich selber noch gestern und heute nach dem Major erkundigt und allerdings alles Das bestätigt gehört habe, was Du über ihn gesagt. Er scheint selbst bei seinem Regiment sehr schlecht angeschrieben, obgleich die Officiere natürlich nichts Nachtheiliges über ihn äußern werden.«

»Siehst Du, daß ich recht hatte.«

»Aber das ändert deshalb an der Sache nichts. Du selber stehst dabei der jungen Dame so fern als je, und wenn Du wirklich aufgefordert bist, sie zu malen, Ernst, so weisest Du, wenn Du auf meinen Rath nur das geringste Gewicht legst, den Auftrag rund ab.«

»Ich habe schon zugesagt.«

»Eine Ausrede läßt sich finden. Du brauchst den Verdienst auch nicht so nothwendig, denn was Du zum Leben bedarfst, werfen Dir eben so leicht andere Arbeiten ab.«

»Und sogar ihrem Begegnen soll ich feige ausweichen?« fragte Ernst trotzig, – »glaubst Du, daß ich mich vor der Dame fürchte?«

»Ich fürchte nur, daß Du einen dummen Streich machst, und um Dir die Folgen desselben zu ersparen, habe ich Dich gebeten, ihr auszuweichen.«

»Ich bin kein Kind mehr.«