»So?« sagte Trautenau und es war ihm zu Muthe, als ob ihn Jemand mit eiskalter Hand sein Herz gefaßt und zerdrückt hätte – »also eine abgekartete Sache – und ich selber –?«
»Ah Monsieur, diese Dame ist eine durchtriebene, gefährliche Kokette. Sie wären verloren gewesen, wenn Sie vollständig in ihr Netz fielen.«
»Wahrhaftig?«
»Was ich Ihnen sage – diesen Armand liebt sie wie rasend. Mit Ihnen hat sie nur ihr Spiel getrieben, weil sie Jemanden brauchte, der den Verdacht ihres Gatten ablenkte.«
»In der That?«
»Und mich – die mit solcher Treue und Aufopferung an ihr hing, jetzt mit so schmählichem Undank zu lohnen; oh es ist schändlich! abscheulich!«
Trautenau wandte sich langsam ab und wollte das Zimmer verlassen, als ihn Jeannette zurückhielt.
»Und was gedenken Monsieur jetzt zu thun?«
»Ich? – oh, Nichts, ich darf Madame natürlich nicht mehr belästigen, und denke auch gar nicht daran. Ich werde in meine Heimath zurückkehren.«
»Und was wird aus mir?« rief Jeannette, indem sie ihn bittend ansah – »wollen Sie mich, ein armes, unbeschütztes Mädchen hier allein in dem fremden Land zurücklassen?«