»Madame,« sagte da Bill, der diese Vorbereitung mit ansah, »wenn's Ihnen recht wäre, möchte ich Sie bitten, mich auch vorher hinunter zu lassen. Ich möchte gern ...«
»Nun?« sagte die Negerin erstaunt, »wollen Sie denn nicht frühstücken.«
»Lieber nicht,« meinte Bill, »ich habe – keinen rechten Appetit ...«
»O bleiben Sie,« bat da die junge Frau, die in ordentlich fieberhafter Ungeduld die Entfernung der lästigen Fremden erwartet hatte, »ich habe Ihnen so Wichtiges mitzutheilen.«
»Mir, Madame?« sagte Bill verwundert, »das ist wohl ein Irrthum.«
»Bitte, setzen Sie sich,« drängte aber die Frau, »dorthin, wo wir von den Seitenwänden verdeckt sind, daß die Nachbarn nicht sehen, wie wir uns unterhalten. Diese Häuser sind alle so offen.«
»Ja,« brummte Bill, »das stört manchmal, ist aber doch oft auch wieder bequem.« Dabei leistete er übrigens der Einladung Folge – er mußte doch hören, was ihm die Frau zu sagen hatte, und war außerdem auch wirklich hungrig geworden. Auf dem kleinen Tisch dampfte aber die Chokolade, und lockten so verführerisch frisches Brod und goldgelbe Bananen, daß er dem nicht widerstehen konnte.
Kaum aber hatte er sich neben den Tisch niedergelassen, als sich die junge Frau auf der andern Seite zur Erde kauerte und mit leiser, zitternder Stimme sagte: »O, Señor, der Augenblick, wo ich auf Ihre Hülfe zähle, naht rascher heran als ich geglaubt, und Gott selber hat Sie mir zur rechten Zeit hiehergeführt. Sie werden mich doch nicht verlassen ...«
»Madame,« sagte Bill, mit einer Banane und seiner Chokolade beschäftigt, »so viel ich weiß, war doch gestern Abend noch nichts Besonderes vorgefallen; da müssen Sie denn wohl über Nacht etwas Neues erfahren haben?«
»Allerdings – allerdings,« flüsterte ihm die Frau ängstlich zu, »jener Freund meines Mannes, von denen ich Ihnen gestern sagte – jener Franzose, Robert Beaugead aus Karthago, den ich todt oder gefangen glaubte – er war in dieser Nacht hier – in unserem Haus ...«