In wenigen Minuten waren die Boote bemannt und stießen vom Lande, um ihrem Schiffe zuzurudern. Wie sie sich vom Ufer entfernten, kam jener Amerikaner, den sie aus den Händen der Godos befreit, und der sich indessen den Verfolgern angeschlossen und das ausgebrochene Feuer mit gedämpft hatte, zum Ufer herabgestürzt und rief ihnen nach.

Einen Moment blieben die Leute auf ihren Rudern liegen.

»Boys, country men!« rief der Landsmann, »fahrt nicht so fort, ich muß Euch erst danken und der General will Euch für Eure Hülfe belohnen.«

»Meine schönsten Grüße an den General!« rief der Harpunier zurück, »aber der Alte wetzt die Flaggenfall da drüben zu Schanden. Das Schiff ist schon wieder unterwegs! Good bye.«

»Good bye denn, God bless you!« rief ihnen der Amerikaner nach. Die Matrosen schwenkten ihre Mützen gegen ihn, und wieder griffen die Ruder ein, und ließen die Stadt bald weit, weit zurück.

Jetzt hatten sie das Schiff erreicht. Ein lauter donnernder Jubelruf begrüßte von dort die geretteten Kameraden – jetzt liefen sie langseit – im Nu lagen die Boote unter den Krahnen und wurden aufgeholt, und fünf Minuten später segelte die Martha's-vine-yard, schwerfällig wie immer, aber auch ihre Zeit dazu benutzend und den gewonnenen Thran auskochend, während eine schwarze Rauchsäule ihre Bahn bezeichnete – in die offene See hinaus.

Das Luftbad.
Eine schreckliche Geschichte.

Der Regierungsrath Braunfeld lebte in den besten und unabhängigsten Verhältnissen, denn er war wohlhabend, ja reich zu nennen, auch noch unverheirathet, und eigentlich nur in die Staatscarrière getreten, um eine Beschäftigung zu haben und einen Titel zu bekommen, denn als einfacher Herr Braunfeld das ganze Leben lang herumzulaufen, ging doch unmöglich an und hätte sich auch nicht geschickt.

Aber er bekam das auch zuletzt satt, denn wenn auch noch in den »besten Jahren,« fingen die regelmäßigen Bureaustunden an, ihm unbequem zu werden. Nachdem er also noch glücklich sein 25jähriges Dienst-Jubiläum gefeiert – war er doch schon mit zweiundzwanzig Jahren in den Staatsdienst getreten – kam er um seine Entlassung ein und erhielt sie auf die ehrenvollste Art bewilligt. Nicht allein wurde ihm zu seinem Regierungsrath noch das Prädicat »geheimer« beigegeben, was aber schon am nächsten Tag öffentlich in alten Zeitungen stand, sondern auch noch der blaue Finkenorden vierter Klasse verliehen, so daß man jetzt eigentlich hätte glauben sollen, der »Geheime« Regierungsrath Braunfeld müsse einer der glücklichsten Menschen auf der Erdkugel sein.

Es ist aber eine allbekannte Thatsache, daß Leute, die keine wirklichen Sorgen und dabei auch nichts zu thun haben, sich dieselben künstlich machen, und dabei nicht selten die größte Erfindungsgabe entwickeln. So setzte sich denn auch in dem Kopf des Geheimen Regierungsrathes nach und nach die fixe Idee fest, daß er an irgend einer unbekannten aber entsetzlichen Krankheit leide und dem Grabe in rasender Schnelle zugerissen würde.