»Quäle Dich nicht mit solchen Gedanken, Clara — was hast Du nur?«

»Fräulein Marie sollen nach oben kommen — der Wagen wartet« rief in dem Augenblick der Steward in die Cajüte hinunter.

»Der Wagen? — was für ein Wagen?« rief Clara, rasch aufmerksam geworden, indem sie versuchte ihre Coye zu verlassen. Marie verhinderte sie daran.

»Bleibe liegen mein süßes Herz« bat sie in Todesangst, »bleibe liegen — ich muß jetzt fort; bald — bald komme ich wieder — Gott schütze Dich« und ihre Lippen auf die heiße Wange der Freundin pressend, richtete sie sich rasch empor und floh aus der Cajüte.

»Marie!« schrie Clara, die Arme nach ihr ausstreckend — »ich muß — «

»Mich mäßigen« sagte Henkel ernst und finster, der in diesem Augenblick in der noch offenen Thür erschien und mit einem warnenden Blick diese wieder schloß.

»Teufel!« stöhnte die Unglückliche und sank, ihr Antlitz in den Händen bergend, erschöpft, gebrochen, auf ihr Lager zurück.

Capitel 4.

Abschied der Passagiere.

Unten am Wagenschlag an der Levée, während Professors noch auf die zurückgebliebene Marie warteten, stand Fräulein von Seebald, Abschied von den bisherigen Reisegefährten zu nehmen, und ihnen das Geleit zu geben, so weit als möglich.