Anna lachte, Fräulein von Seebald aber sagte sinnend.
»Wie wir nun Alle hier, die wir bis jetzt nur einer Bahn gefolgt, am Scheidewege stehn und hinausziehen nach Nord und West und Süd und Ost. Wo werden wir uns wiedersehn, und wird das überhaupt wohl je geschehn?«
»Gewiß — und mit Gottes Hülfe froh und glücklich« sagte die Frau Professorin herzlich — »aber da kommt Marie, Kind, Kind, Du hast Dich, und wahrscheinlich auch Clara furchtbar aufgeregt!«
»Nein, meine liebe Mutter« betheuerte Marie, sich die großen hellen Thränen aus den Augen trocknend; »ich bin ihr davon gelaufen, ehe sie nur ein Wort sagen konnte.«
»Und nun fort!« rief der Professor, der sich bis jetzt von der Levée ab den Arm fast ausgeschwenkt hatte, die gar zu lang an Bord zögernde Tochter zurück zu winken »Kinder wir haben noch furchtbar viel zu thun. Eduard Du besorgst Alles ordentlich und notirst Dir besonders die Nummern der Karren, denen Du die Fracht überlieferst, und giebst ihnen jedesmal den Zettel mit der darauf verzeichneten Anzahl mit; ich denke zwei Karren werden den Rest bequem mit fortbringen, und dann kommst Du augenblicklich nach — Jane Wilmington, hier mit der Adresse der Straße an deren Fuß sie liegt. Ah Fräulein von Seebald. Sie entschuldigen.«
»Recht, recht glückliche Reise.«
»Danke — danke herzlich — Capitain ich sehe Sie noch ehe das Boot abgeht?«
»Ich bin gleich oben, habe nur noch etwas mit dem Steuermann zu reden — auf Wiedersehn. Ich komme dann gleich mit Herrn Henkel nach.«
»So Kutscher — wir haben doch Nichts vergessen?«
»Nein Alles in Ordnung.«