»Wo seid Ihr gewesen?« frug Schollfeld erstaunt.

»In Bremen, Herr Schollfeld!« rief der junge Bauer, gegen diesen gewandt, »oben in der Hafenstadt.«

»Guten Abend Mathes,« kam hier der Wirth dazwischen, [pg 037]der den alten Kunden ebenfalls begrüßte — »lange nicht gesehn, recht groß geworden mein Junge; hast Du Durst?«

»Merkwürdigen,« sagte der Bauer lächelnd.

»Na warte, den wollen wir begießen,« schmunzelte aber Lobsich, rasch in den Garten zurückgehend, »der soll mir nicht umsonst in den rothen Drachen gefallen sein.«

»Aber was hat Euch nach Bremen geführt?« wiederholte Kellmann, fast etwas mißtrauisch gemacht durch das wunderliche halb verlegene Benehmen des jungen Burschen.

»Ja Herr Kellmann,« sagte der reiche Bauerssohn, wirklich jetzt verlegen seinen Hut um den Zeigefinger der linken Hand drehend — »das hat — das hat so seine eigene Bewandtniß — Ich bin — ich bin zu einem Entschluß gekommen — ich will — ich will auswandern.«

»Was will er?« schrie Schollfeld, der die Worte nicht ganz verstanden, den ungefähren Sinn aber etwa errathen hatte. Jedenfalls schöpfte er Verdacht und ehe Kellmann nur im Stande war ein Wort darauf zu erwiedern rief er nochmals laut: »wo will er hin?«

»Nach Amerika,« sagte aber der junge Mann entschlossen und wollte noch etwas hinzusetzen, aber der Apotheker schlug dermaßen auf den Tisch, und fing so an zu schimpfen und zu fluchen, Niemand wußte eigentlich auf was und gegen wen, daß Mathes gar nicht gleich wieder zu Worte kommen konnte, und vielleicht auch eben nicht böse darüber war.

»Hallo, wer ist todt?« rief aber in dem Augenblick Lobsich, der mit dem bestellten Bier für einen seiner besten Kunden [pg 038]selber ankam — »daß Dich die Milz sticht, was ist denn dem Apotheker eigentlich in die Krone gefahren?«