»Ich bedaure sehr, Herr Dollinger,« sagte der Actuar, »daß, wie ich gehört habe, eine so fatale Sache mich hier in Ihr Haus geführt haben muß.«

»Ja allerdings,« erwiederte der alte Herr, »ist es sehr unangenehm; weniger des Verlustes wegen, der sich allenfalls ertragen ließ, als wegen dem Bewußtsein getäuschten Vertrauens, mit selbst keinem gewissen Anhaltspunkt auf Verdacht. Ich wollte gern das Doppelte verloren haben, wenn es hätte können auf andere Weise geschehn.«

»Das Ganze ist übrigens mit einer raffinirten Geschicklichkeit ausgeführt,« fiel Henkel hier ein, »und der Thäter, wer auch immer, jedenfalls ein höchst gefährliches Subject, von dem ich nur hoffen will daß wir ihm auf die Spur kommen.«

»Dürfte ich Sie bitten mir den Platz zu zeigen?«

»Treten Sie hier in das Zimmer meiner Töchter; dort der Secretair ist erbrochen.«

»Hm — mit einem breiten meißelartigen Instrument,« sagte der Actuar nach kurzer Besichtigung der offenen, arg beschädigten Mahagoniplatte — »und die Thür ebenfalls eingebrochen?«

»Nein — die Thür ist unbeschädigt und muß jedenfalls mit einem Nachschlüssel geöffnet sein.«

»Und was vermissen Sie in dem Secretair?«

[pg 055]»Eine Summe Geldes, die ich erst vor wenigen Stunden, und im Beisein meiner Familie und eines zuverlässigen Comptoirdieners, im Paket wie ich sie von der Post erhalten, hier eingeschlossen hatte, und von der der Dieb auf eine mir unbegreifliche Weise muß Kenntniß bekommen haben.«

»Wer ist dieser Comptoirdiener?«