»Was aus so vielen alten Frauen da wird, liebes Herz,« sagte aber der Mann, augenscheinlich mit froherem, freudigeren Herzen, als er bei dem eigenen Weib nicht den Widerstand fand, den er vielleicht gefürchtet — »sie gewöhnen sich an das neue Leben, sobald sie das alte nicht mehr um sich sehen, und die Seeluft soll kräftigen und stärken.«

»Aber sie wird nicht mit uns wollen.«

»Sie wird ihre Kinder nicht verlassen,« tröstete sie der Mann, »und ohne sie dürften wir ja auch gar nicht fort.«

Die Frau reichte ihm schweigend die Hand, die er herzlich drückte, und wandte sich dann, und wollte eben das Zimmer verlassen, als draußen Jemand die Thür aufriß und in das Haus trat. Das Unwetter hatte jetzt seinen höchsten Grad erreicht, und der Regen schlug in ordentlichen Güssen gegen die Fenster an, während der Wind die Wipfel der Bäume herüber und hinüber schüttelte und die Blüthen von den Zweigen riß mit rauher Hand.

»Schönen Gruß mit einander,« sagte dabei eine rauhe Stimme, während die Stubenthür halb geöffnet wurde — »darf man hinein kommen?«

»Gott grüß Euch,« sagte die Frau — »kommt nur herein, bei dem Wetter ist's bös draußen sein — es tobt ja, als ob der letzte Tag hereinbrechen sollte.«

Der Fremde hing seinen Hut und Mantel draußen ab und trat mit nochmaligem Gruß in die Stube.

»Gott grüß Euch,« sagte auch Gottlieb — »da, nehmt Euch einen Stuhl und setzt Euch zum Ofen; es ist heut unfreundlich draußen, und man kann ein Bischen Feuer brauchen.«

»Sauwetter verdammtes,« fluchte der Mann, als er der Einladung Folge geleitet und sich die nassen Haare aus der Stirne strich — »ich wollte erst sehen daß ich die Schenke erreichte; hier um die Ecke herum kam der Wind aber so gepfiffen daß er mich bald von den Füßen hob, und es war gerade als ob sie Einem von da oben einen Eimer voll Wasser nach dem andern entgegen gossen. Schönes Wetter für Enten, aber für keine Menschen.«