»Ach ja, er packt tüchtig mit zu,« sagte der Vater — »lieber Gott in jetziger Zeit muß Alles mit Brod verdienen helfen.«

»Die Kinder fressen Einen arm,« sagte der Fremde.

[pg 158]»Habt Ihr Kinder?« frug Gottlieb.

»Ich? — hm, ja,« sagte der Fremde nach einer Pause — »könnte noch Jemandem abgeben davon.«

»Ich möchte keins hergeben,« sagte die Frau rasch, und küßte das Jüngste, das sie eben wieder aufgenommen hatte um es zu füttern, »Kinder sind ein Segen Gottes.«

»Ja — so sprechen die Leute wenigstens,« sagte der Fremde trocken, »aber ich glaube es läßt nach mit Regnen; ich werde die Schenke wohl jetzt erreichen können.«

»Wollt Ihr nicht vielleicht erst eine heiße Tasse Kaffee trinken?« frug die Frau, das Kind auf dem linken Arm, zum Ofen gehend, die dort warmgestellte Kanne wieder vorzuholen.

»Danke, danke,« sagte aber der Fremde abwehrend — »kann das warme Zeug nicht vertragen; ein Glas Branntwein ist mir lieber.«

»Das thut mir leid,« sagte der Mann, »den kann ich Euch nicht anbieten; ich habe keinen im Hause.«

»Thut auch Nichts,« lachte der Fremde; »so lange halt ich's schon noch aus. Sind doch hülflose Dinger so junge Menschen, ehe sie die Kinderschuh ausgetreten haben,« setzte er dann hinzu, als das Jüngste das Mäulchen nach dem schon einmal gereichten Löffel vorstreckte — »was machte nun so ein jung Ding, wenn man es hinsetzte und sich selber überließe.«