»Dollinger's Haus? oh nicht so weit in der Stadt drin — aber was willst Du dort?«
»Mein Bruder ist in Herrn Dollinger's Geschäft — wohnen auch die Leute bei ihm im Hause?«
»Nicht daß ich wüßte,« sagte Kellmann.
»Aber man kann es doch dort erfahren wo sie wohnen?«
»Gewiß — gleich unten im Haus bei dem Hausmann; frage nur nach der Poststraße, wenn Du in's Thor kommst.«
»Gute Nacht Ihr Herren, und nochmals schönsten Dank — Gott mag es Ihnen vergelten.«
»Gute Nacht Kind, guten Weg,« sagte Kellmann, »aber — wie heißt denn Dein Bruder?«
»Franz Loßenwerder,« sagte das Mädchen und ging langsam die Straße hinab.
»Oh Du mein Gott,« rief der Actuar leise und erschreckt vor sich hin, wie er den Namen hörte — »das ist ja schrecklich.«
»Du lieber Gott, das arme Ding muß von dem Schicksal des Bruders gar Nichts wissen,« seufzte auch Kellmann — »und wenn sie das jetzt heute Abend erfährt — o wo wird sie nur die Nacht bleiben?«