»Wär auch Schade um die Farbe,« lachte Meier — »aber was ist im Wind? — Skandal im Haus?«
»Neue Wirthschaft!« sagte Jimmy mit einem vorsichtigen Blick nach der Thür — »moralische, verstanden? — der Sohn hat die Haushälterin endlich geheirathet, und nun wird's fromm im Hause hergehn. Wie das Geld verdient ist, kommt jetzt nicht mehr darauf an; obendrauf legt man ein Gesangbuch.«
»Viel Geld hier verdient, sollt' ich denken,« sagte Meier, den Rest seines Glases hinunterspülend und dieses dem Barkeeper zu neuer Füllung hinreichend.
»Ein Haufen,« versetzte dieser, aber wieder leise — »der Alte muß oben einen Kasten voll haben, Gott weiß wie groß.«
»Kostet auch viel so eine Wirthschaft,« sagte Pelz, ruhig vor sich niedersehend — »wer das nicht weiß, glaubt's kaum — das geht meist Alles wieder d'rauf.«
»Wie Ihr's versteht,« rief Jimmy, in Eifer gerathend, seine Behauptung bezweifelt zu sehn; ich weiß was da hinauf gekommen ist, und daß Nichts wieder herunter geht, denn Alles, was die Wirthschaft selber kostet, wird aus der Kasse hier bestritten — so scharf geht's. Wenn der alte Hamann in seinem Geldkasten oben nicht seine Hunderttausend liegen hat, will ich Holz hacken mein Lebelang.«
»Noch ein Glas, Jimmy, bitte,« sagte Meier — »mein Kamerad ist auch fertig, und Ihr trinkt so langsam, als ob's Wasser wäre, wir haben Durst.«
»Gleich,« sagte Jimmy, mit den Gläsern wieder zurück in die Bar gehend, während die beiden Männer bedeutsame Blicke mitsammen wechselten.
»Ich glaube, der Junge taugte dazu,« flüsterte Pelz leise und rasch.
»Vielleicht — vielleicht auch nicht,« sagte Meier, mit dem Kopf schüttelnd — »nur um Alles in der Welt vorsichtig.«