»Und das Stainche hier vor a Tuchnadel — ah?« sagte Veitel, vor Hopfgartens Augen ein Türquis in der Sonne blitzen lassend.
»Mensch, wo hast Du den Stein her?« rief aber Hopfgarten unwillkürlich erschreckt aus, als sein Blick auf einen sehr schönen großen dreieckigen Türquis fiel, den Veitel zwischen den Fingern hin und her drehte.
»Woher? — Gottes Wunder!« rief der Jude erschreckt, »ehrlich gekauft, soll mer Gott helfe.«
»Ich sage ja Nichts dagegen, Veitel,« rief Hopfgarten rasch, ihn zu beruhigen, »gewiß ist er ehrlich gekauft, aber von wem? ich kenne den Stein — habe wenigstens von ihm, oder einem ganz ähnlichen gehört, ich möchte gern —«
»Von wem? von em achtbaren, soliden Herrn, von em wahren Schentelmenn in sein Handeln und Geschäftcher,« sagte Veitel, immer noch in der Meinung, ein Verdacht ruhe auf ihm, »und wenn er nicht hait Morgen abgereist wäre, kennten Se ihn selber fragen, Herr Baron — ist en alter Bekannter von Sie, noch vom Schiff her.«
»Heute Morgen abgereist? — wohin Veitel?« sagte Hopfgarten, der sich krampfhaft mit der rechten Hand in die Seite griff, nur um ruhig zu bleiben und seine Aufregung nicht zu verrathen, »wer war es denn eigentlich — der — der Doktor Hückler?«
»Gott soll bewahren, der Herr Henkel, und mit dem Schtiemer ist er fort nach der Havanna.«
»Mit dem Postdampfer nach Havanna?« rief Hopfgarten, jetzt wirklich nicht mehr im Stande sich zu mäßigen — und der ist heute Morgen fort?«
»Hait Morgen wird er fort sain,« sagte Veitel, »Gottes Wunder was is jetzt dermehr?«
»Ledermann!« schrie da Hopfgarten, Veitel gar nicht mehr beachtend, den Freund an, der eben jetzt, so lang schon herbeigewünscht, gerade über die Levée herüber und auf Herrn von Hopfgarten zukam, »wann, um Gottes Willen, geht der Havanna Steamer?«