»Vortrefflich — ganz vortrefflich — etwas derartiges können wir brauchen, apropos Herr Theobald — wo logiren Sie denn eigentlich, daß wir Ihnen ein Exemplar unserer Biene regelmäßig zusenden können?«

»Oh Sie sind zu freundlich,« sagte Herr Theobald, »ich habe die ersten vierzehn Tage im »deutschen Vaterland« gewohnt, bin aber da so furchtbar und auf so raffinirte Weise geprellt worden, daß ich, selbst mit Aufopferung eines Theils meiner Wäsche, die mir abgeleugnet wurde, auszog, und jetzt in einem anderen deutschen, etwas besseren Kosthaus, bei Herrn Weiß, logire.«

»Ah ich weiß schon — nicht weit vom unteren Markt; werde mir Ihre Adresse notiren, und wenn ich Ihnen sonst mit etwas dienen kann, bin ich mit Vergnügen dazu bereit.«

Herr Rosengarten war aufgestanden und Theobald fühlte daß der Redakteur der Biene mehr zu thun hatte, als sich den halben Tag mit ihm zu beschäftigen. Nichts destoweniger lag ihm noch eine schwere und jedenfalls unangenehme, aber auch nicht zu umgehende Frage auf den Lippen, die er lieber von der anderen Seite hätte angeregt gehabt. Da das aber nicht geschah mußte er es selber thun.

»Und wie halten Sie es mit dem Honorar, wenn ich fragen darf, verehrter Herr Rosengarten?« sagte er schüchtern.

»Mit dem Honorar?« wiederholte Herr Rosengarten ungemein überrascht.

»Für diese Sachen hier mein ich — honoriren Sie Gedichte und Prosa in einem Verhältniß, oder machen Sie einen Unterschied darin?«

»Honoriren? — ja so, Sie verlangen Honorar für Ihr Manuscript?« sagte Herr Rosengarten, allem Anschein nach ungemein überrascht.

»Ja mein bester Herr« bemerkte Theobald, sich verlegen lächelnd die Hände reibend — »wenn wir kein Honorar bekämen, wovon sollten wir Schriftsteller denn da eigentlich leben?«

»Ah? — leben Sie wirklich nur vom Schreiben?« frug der Redakteur mit unverstellter Überraschung.