»Allerdings bin ich ein Deutscher.«
»Und eben erst angekommen?«
»Wenigstens erst vor einigen Wochen.«
»Bleibt sich gleich, ist dasselbe« lachte der Fremde — »ich bin der Advocat Heindel, jetzt etwa drei Viertel Jahr hier, und eben im Begriff wieder zurück nach Deutschland zu gehn — und Sie? — «
»Theobald ist mein Name.«
»Und Beschäftigung? — Schullehrer?«
»Literat« sagte Herr Theobald. —
»Ah so — brodlose Kunst hier, lieber Herr« bemerkte ziemlich ungenirt, Herr Heindel »na werden das auch noch selber hier ausfinden; waren wohl gar da oben um Manuscript zu verkaufen?«
»Ich? — o nein« sagte Theobald, und fühlte daß er bis weit hinter die Ohren roth wurde. Herr Handel sah das aber nicht; er hatte beim ersten Begegnen zwar zu seiner neuen Bekanntschaft aufgeschaut, war dann aber an dessen Blick immer wieder wie scheu heruntergefahren, und ließ den eigenen bald auf Theobalds Westenknöpfen, bald auf dessen Halstuchschleife oder Hemdkragen haften, was bei diesem aber auch zuletzt ein unangenehmes, fast nervöses Gefühl erzeugte, und ihn selber wünschen ließ einen Blick auf die so scharf aufs Korn genommenen Gegenstände zu thun, ob der Fremde irgend etwas außergewöhnliches — Fleck oder Riß daran entdecke.
Herr Heindel hatte übrigens andere Sachen im Kopf, als Herrn Theobalds Vatermörder oder Westenknöpfe, und nur einen derselben, nach dem der junge Mann rasch hinunterschielte, fassend und festhaltend, sagte er, indem er die Augenbrauen in die Höhe zog und bedenklich mit dem Kopfe nickte: