»Merkwürdige Vögel« murmelte er dabei, »ich gäbe etwas darum, wenn ich einen von ihnen lebendig an Deck haben könnte — äußerst merkwürdige Vögel — aber eine[pg 092] Aehnlichkeit bin ich noch nicht im Stande herauszustellen — sie fliegen zu schnell.«
»Ist das ein gutes Glas, was sie da haben?« redete ihn jetzt Herr Steinert an, der vor Langerweile schon gar nicht mehr wußte was er angeben sollte.
»Ein vorzügliches Glas« sagte Herr Schultze, ihm artig dasselbe überreichend — »ein Plössel; es vergrößert ungemein und mit außerordentlicher Schärfe.«
Steinert nahm das Glas und richtete es nach Bremerhafen zu, wo er in diesem Augenblick ein abkommendes Boot zu erkennen glaubte, das am Ufer herauf hielt.
»Wahrhaftig« rief er dabei, »das ist excellent — wo war denn das Boot gleich — ah da — ein Boot mit Soldaten, die am Lande hinaufrudern.«
»Mit was?« sagte der Steuermann, der gerade an ihm vorüberging und die Hand wie unwillkürlich nach dem kleinen Fernglas ausstreckte.
»Mit Soldaten« sagte Herr Steinert, ihm das Glas überreichend durch das der Seemann einen Augenblick nach dem Ufer hinübersah und es dann, ein paar unverständliche Worte dabei in den Bart murmelnd, wieder zurückgab. Ohne das Boot aber dann weiter eines Blickes zu würdigen, ging er nach vorn zu, den Leuten einige nöthige Befehle zu geben.
»Was sagten Sie daß da am Ufer heraufgerudert käme?« wandte sich jetzt der junge Bursche, für dessen Passage die Zwischendeckspassagiere noch an der Landung gesammelt, und [pg 093]der bei dem polnischen Juden einquartirt worden, an Herrn Steinert — »ein Boot mit Soldaten?«
»Ja, da drüben, mein Bursche —«
»Das hierherzu kommt?« frug der junge Mann mit ängstlicher Stimme.