»Nun sie thun uns Nichts,« lachte Steinert — »die Zeit der Piraten ist vorüber, und ihr Schiff streicht blos so durch die Wellen, Fridolin.«

Der Bursche schien aber keineswegs aufgelegt, auf einen Scherz einzugehn; er suchte nur mit den Blicken das Boot, das er auch bald mit bloßen Augen erkennen konnte, und stand eine Weile rathlos wie vor einer noch unbestimmten, aber doch gefürchteten Gefahr. Das Boot ruderte indessen noch eine kleine Strecke am Ufer hinauf und hielt jetzt, mit bloßen Augen ließ sich das schon erkennen, in die Mitte des Stromes hinaus und mehr nach ihnen herüber.

Der Obersteuermann kam wieder von vorn zurück, an ihm vorbei und blieb stehn, noch einmal nach dem Boot hinüberzusehn.

»Kommen sie hierher?« frug da der junge Bursch mit kaum hörbarer angsterstickter Stimme den Seemann.

»Wer?« sagte dieser, sich nach ihm umdrehend.

»Die Soldaten« stöhnte der junge Mann.

»Hallo mein Bursch« sagte aber der Steuermann, ihn jetzt von oben bis unten aufmerksam betrachtend — »Du bist ja so weiß wie ein altes Segel; was hast Du denn ausgefressen, daß Du Dich vor den Soldaten zu fürchten brauchst?[pg 094] Das ist allerdings Polizei die wahrscheinlich hier an Bord zu uns kömmt.«

»Dann bin ich verloren« hauchte der arme Teufel und barg sein Gesicht in den Händen.

»Nu nu, was giebt's denn?« sagte der Steuermann, während sich die Nächststehenden, die wissen wollten was da verhandelt wurde, noch mehr herandrängten — »hast Du was verbrochen, so wirst Du auch jetzt dafür büßen müssen. Gesteh es aufrichtig, vielleicht kann's Dir nützen.«

Es lag in dem Ton mehr Gutmüthigkeit als Drohung, und der junge Bursche, vielleicht eben so in der Angst seinem Herzen Luft zu machen, als auch einen falschen Verdacht von sich abzuwälzen, sagte rasch: