»Drüben? — wo?«
»Nun dort« — und er deutete mit dem verkehrt gehaltenen Daumen über die Schulter hin der Richtung zu, in der das Land lag. Meier schüttelte aber den Kopf und knurrte:
»Zum Teufel wahrscheinlich, wenn's mir nicht besser glückt wie in Deutschland.«
»Da können wir vielleicht zusammengehen« lachte der Alte.
»Oder treffen uns wenigstens da später« sagte Meier, ausweichend.
»Wahrscheinlich« brummte der Alte, mit dem Erfolg seiner Annäherung nicht recht zufrieden, blieb noch eine Weile auf dem Faß sitzen und stand dann langsam auf nach vorne zu gehn, wo er mit seinen beiden Kameraden wieder [pg 249]zusammentraf. Meier aber sah ihm, ohne seine Stellung zu verändern oder auch nur den Kopf auf die Seite zu drehn, so lange nach, wie er ihm mit den Augen folgen konnte, und pfiff dann leise und mit einem halb spöttischen Grinsen vor sich hin, als er in seiner Selbstbetrachtung plötzlich durch ein von oben niedertönendes heiseres Lachen gestört wurde. Rasch sah er empor, und erkannte den Scheerenschleifer, der oben in der Barkasse lag, über deren Rand er gerade mit dem halben Oberkörper herüberschaute, daß sich die Sonne an den blankgescheuerten Schultern des unverwüstlichen fahlgrünen Rockes spiegelte.
»Gratulire zum Compagniegeschäft« sagte er lachend, als er des Fleischers Blick begegnete — »Meier und Compagnie wird gar nicht so schlecht klingen in New-Orleans.«
»Danke« brummte Meier vor sich hin — »der Contrakt ist noch nicht unterzeichnet — Du scheinst Dir da oben aber Dein stetes Quartier genommen zu haben, Kamerad.«
»Schade daß ich so bald ausziehn muß« sagte der Scheerenschleifer, den Dampf aus seiner Pfeife dabei in weißen kurzen Wolken von sich stoßend.
»Schade? — ich danke Gott daß ich das verfluchte Schiffsleben bald hinter mir habe — die Hände wachsen Einem ja zusammen.«