»Bah« sagte der Scheerenschleifer — »was verlangt ein Mensch mehr auf der Welt, was kann er mehr verlangen, als drei Mal zu essen den Tag, und Nichts zu thun, ohne weitere Expensen. Ich wünschte mir mein Lebtag nichts Besseres als [pg 250]auf solche Art hin- und herzufahren, wenn ich nur irgend etwas wüßte wozu sie mich, ohne besondere Beschäftigung, an Bord gebrauchen könnten.«
»Zur Verzierung etwa« meinte Meier.
»Ja, für den Schafskopf vorn« sagte der Scheerenschleifer trocken, ohne die Anspielung übrigens übel zu nehmen — »gehst Du heute mit zur Leiche?«
»Ich habe meinen schwarzen Frack nicht draußen« sagte Meier.
»Ist schade« erwiederte der Scheerenschleifer — »geht mir aber auch so.«
»Wir werden uns überhaupt bald anziehn müssen an Land zu gehn« fuhr Meier fort — »wenn das Schiff einmal anlegt, wird uns der Capitain schnell genug hinaustreiben, und gewiß nicht daran denken uns länger zu füttern, als er unumgänglich nöthig hat.«
»Kann ich ihm auch gar nicht verdenken« sagte Maulbeere; »ich gehe aber vor allen Dingen erst einmal im Negligé hinüber, und werde mich vor der Hand beim Präsidenten entschuldigen lassen, daß ich ihm nicht gleich meine Visite machen kann. — Füttern werden wir uns übrigens jetzt wieder selber müssen.«
»Nun zum Teufel, man wird doch in dem Amerika wenigstens zu leben haben« — fluchte Meier.
»Amerika soll verdammt sein« brummte der Scheerenschleifer, und qualmte ärger als vorher.
»Warum bist Du denn da herübergekommen, wenn Du's so gut leiden magst?« frug ihn Meier.