»Weil ich wenigstens die Condition einmal wechseln wollte; aber in dem Hundeleben selber wird verwünscht wenig Veränderung sein — Die Frage ist außerdem, ob sie hier überhaupt Scheeren zu schleifen haben — sollte mich gar nicht wundern wenn ich den alten vermaledeiten Drehkarren am Ende ganz zu meinem eigenen Vergnügen im Lande umherführe« —
»Und weiter kannst Du Nichts?«
»Hm, wer weiß« sagte Maulbeere — »es liegt noch vielleicht Manches bei mir verborgen, hat sich aber noch nicht entwickelt.«
»Nun in Deutschland drüben hätten wir auch auf der Landstraße verhungern können ohne daß sich Jemand anders als vielleicht ein Gendarme theilnehmend nach unserem Passe erkundigt hätte« sagte Meier — »die sind wir doch wenigstens los.«
»Haben mich noch nie genirt« meinte Maulbeere trocken — »wer sich nicht einmal einen guten Paß verschaffen kann ist selbst zum Stehlen zu dumm.«
»Mit den Grundsätzen wirst Du hier im Lande wohl auch nicht verhungern« lachte Meier — »aber ich glaube da kommen sie aus dem Zwischendeck mit der Leiche herauf« unterbrach er sich da plötzlich, indem er von seinem Sitze aufstand; »ich gehe nach vorn — mag nicht gern Leichen sehn.«
»Habe auch keine Passion dafür« brummte Maulbeere, [pg 252]und verschwand gleich darauf hinter dem Rand der Barkasse, in der er sich der Länge nach behaglich ausstreckte, von dem unten Vorgehenden nichts weiter sehn zu müssen.
Meier war langsam nach vorn geschritten, seinen Lieblingsplatz auf einem der auf der Back liegenden Anker einzunehmen, als er dort dem jungen Donner begegnete, der eben von da niederstieg.
»Hört einmal Freund,« sagte dieser, als er ihn einen Augenblick scharf fixirt hatte, und dann bei ihm stehen blieb — »wir haben doch einander schon früher einmal gesehen, aber ich kann mich nicht gleich besinnen wo? — seid Ihr nicht aus Waldenhayn?«
»Waldenhayn?« wiederholte der Mann, kopfschüttelnd, »was für ein Waldenhayn?«