Auf allen Schiffen befindet sich eine sogenannte Medicinkiste, der ein kleines »Receptbuch« beigegeben ist. Die Medicinen sind sämmtlich in numerirten Flaschen und Gläsern und das Buch enthält hinter der Nummer die Angabe des Inhalts wie noch außerdem einen, vielleicht aus dreißig bis vierzig Seiten bestehenden Anhang, in welchem die Behandlung der verschiedenen Krankheiten mit Angabe der Nummer der dabei zu verwendenden Medicinen gegeben ist. Auf Kauffartheischiffen, auf denen sich keine Passagiere befinden, hat der Capitain die Medicinen »nach bestem Wissen« auszutheilen, falls Einer von seinen Leuten krank werden sollte, ja selbst auf vielen Auswandererschiffen befand sich, bis in die neueste Zeit, kein angestellter Arzt. Am liebsten helfen sich dabei die Rheder damit, irgend einen jungen Arzt oder Chirurgen für »halbe Passsage« mitzunehmen, der, selbst auf den längsten Reisen, dann die Unglücklichen, die ihm unter die Hände fallen, »behandelt.« Eine Controlle darüber findet, so viel ich weiß, nicht statt, wenn aber, scheint sie vollkommen ungenügend zu sein.
Heinrich Schmidt hat eine reizende kleine Erzählung »the man of war« in seinen »Seemannssagen und Schiffermärchen« darüber geschrieben.
Das »laufende Tauwerk« im Gegensatz zu dem »stehenden« (Pardunen und Stagen) werden die Taue genannt, mit denen die Raaen und Segel gerichtet und gestellt, und aus- und eingezogen werden. Hängt man, und den Passagieren auf Auswandererschiffen kann da in der That nicht streng genug aufgepaßt werden, Wäsche an diesem »laufenden Tauwerk«, und kommt plötzlich einmal eine Bö auf, bei der es davon abhängt daß die Segel rasch geborgen werden, wenn sie nicht zerreißen, ja in einzelnen Fällen den Mast, oder doch wenigstens eine Stenge mit über Bord nehmen, so klemmen sich Hemden und Strümpfe in die Blöcke ein, die Taue können nicht arbeiten, und die gefährlichsten Folgen allerdings dadurch entstehn.
Wanten ist das, was der Landmann im gewöhnlichen Leben und sehr unrichtig Strickleitern nennt, und sie bestehen aus den Pardunen welche die Maste fest und unbeweglich auf ihrer Stelle halten, daß sie nicht nach Starbord oder Larbord hinüberschwanken können, und sind durch dünne Seile »Wevelien« genannt, mit einander leiterartig verbunden. Jeder Mast hat seine Wanten zu Starbord und Larbord.
Raaen sind die Querbalken an den Masten an welchen die Segel befestigt werden.
Südwester heißen die aus Leinwand gemachten und steif getheerten Seemannskappen, deren breites und langes Schild im Nacken sitzt, diesen gegen den Regen zu schützen.
Die Schutzwand, die das Deck rings umgiebt.
Küche
Ueber Stag gehn, wenden, kreuzen.
Man sagt auf See, wenn der Wind günstiger wird, »er räumt auf«, im entgegengesetzten Falle aber »er schrahlt weg!«