»Hab' keine Angst,« lachte der junge Verbrecher, »die glauben sich sicher genug bewahrt; ich soll jetzt Traubenpommade in der Apotheke holen.«

»Un nu mußt de in die Apothek ruff?« frug Krautsch bestürzt – »das giaht ja gar niche – mer missen uns doch –«

»Ich werde nicht so dumm sein,« lachte Poller – »ich hab' ja die Traubenpommade, ein ganz frisches Stück von heute Morgen – selbst erst in die Tasche gesteckt, um nur eine Ausrede zu kriegen und wegzukommen – die bring ich dem Alten jetzt wieder – der weiß viel, ob das neue oder alte ist.«

Krautsch lachte heimlich vor sich hin.

»Un dann kennen mer jetzt die Sache en bischen beriaden?«

»Nun das versteht sich,« lautete die Antwort, »aber etwas rasch, denn zu lange darf ich doch nicht wegbleiben.«

»Nu, wollen mer's denn noch hinte Obend machen?« flüsterte der Bauer – »ich bin g'rade uffen Zeug.«

»Ich denke,« erwiederte ihm Poller eben so leise – »im Schloß drin scheint auch Alles günstig, der Alte hat auch einmal wieder seinen bösen Abend, und da darf keiner weiter in die Zimmer kommen, wie wir Beide, mein Alter und ich – ich glaube, heute Abend gehts – aber welche Zeit?«

»Nu vor neine niche!« meinte Krautsch.

»Nein – aber auch nicht später, denn wenn das Thor erst einmal zu ist, kann der Teufel sein Spiel haben und uns in die Falle drin halten – ich dächte, so gegen neun.«