»Im Pirna'schen Kalender?« frug Strohwisch entrüstet.
»Ja ja ja,« lachte der Schuster – »beim Monat März, aber der Schauspieler hieß nich Defrieng und es war auch gar kein Schauspieler, sondern ein Sänger.«
»Dieser verwünschte Redacteur des Pirna'schen Kalenders,« sagte Strohwisch, und schlug mit der flachen Hand auf den Tisch – »man sollte doch wahrhaftig seinem besten Freund – seinem eigenen Bruder bald nicht mehr trauen.«
»Aber was ist denn?« frugen ihn die Weinreisenden und übrigen Gäste erstaunt – »was war denn?«
»Bin ich vor ein paar Jahren in Pirna,« erzählte Strohwisch, und seine Stirn hatte so viele Falten, wie der Rock einer Altenburger Bäuerin – »und komm da mit diesem Redacteur, dem Herausgeber des Kalenders, zusammen. Wir sind auch Abends heiter mit einander, und plaudern und erzählen Geschichten, und ich gutmüthiger Thor erzähle dem Menschen auch die Anekdote von meinem Freunde Devrient, und jetzt setzt sie mir der schändliche Kerl in seinen Kalender – nein das ist niederträchtig.«
Das Glas war wieder leer geworden und um den niederklappenden Deckel zu beschwichtigen, beschwor Einer vom Gemeindevorstand ein »neies Deppchen« herauf.
»Nun, erzählen Sie doch die Geschichte aus!« rief da Einer, der den Pirna'schen Kalender noch nicht gelesen hatte.
»Ah was,« sagte aber Strohwisch ärgerlich – »wenn einem der Stoff so förmlich weggestohlen wird.«
»Nu, denn was anderes,« ermunterte ihn einer der Grünberger – »irgend etwas anderes, Herr Doctor, Sie stecken ja voll davon.«
»Nun, meinetwegen,« tröstete sich Strohwisch, und sprach dem neugekommenen Biere, um vieles getröstet, wieder zu – »also hier kommts.«