»Das Fenster stand auf, und wie ich es schließen wollte, stieß ich mich in's Auge – es that weh – ich habe wohl geschrien?«
»Als wenn Se am Spieße stiaken,« lachte das Mädchen, »Härr Jeses, ich dachte der Deibel wär' lus – wullen Se Licht hawe?«
»Nein, ich danke Dir, ich komme gleich hinunter; essen sie schon?«
»Se sitzen gerade drim herim, der Härr Pastor is aber noch nich heeme.«
Und das Mädchen nahm ihren Eimer, klappte damit die Treppe hinunter und öffnete die Thüre wieder, um ihn auszugießen.
»Was war denn im Hause?« frug in dem Augenblicke unten vor der Thüre eine Stimme die heraustretende Magd – »wer schrie denn so – ist der Kerl etwa drinn?«
»Megte wissen wie,« lachte das Mädchen, »unser Frälen hat sich blos an'en Kopp geschtußen – na is die schreckhaft – wenn iche jedesmal kreischen wullte, wo ich wo anrenne, nachen's hätt' ich Arbet.«
Sophie, die oben mit klopfendem Herzen in der Thüre stand und den Worten lauschte, konnte nichts weiter verstehen, denn die Redenden traten mehr vor das Haus und gleich darauf wurde auch das Thor wieder geschlossen. Sie drückte ihre eigene Thüre in's Schloß, schob den kleinen Riegel vor, that ein paar Schritte gegen das Fenster und sagte hier mit leiser, aber vor innerer Angst zitternder Stimme:
»Was um Gotteswillen hat Sie unglücklicher Mann in dies Haus getrieben – wie kamen Sie in dies Zimmer, und wer hat sie hereingelassen?«
»Der Zufall und mein gutes Glück ließen mich, unbemerkt von Anderen, die rechte Thüre treffen,« sagte jetzt Wahlert, und trat, durch das Gefährliche seiner Lage gezwungen, eine Nothlüge zu machen, leise auf sie zu – »aber Sie, mein Fräulein, Sie allein waren die Ursache, die mich hierher geführt.«