»Der junge Herr hat wohl gar nichts weiter zu thun?«
»Nein,« erwiederte trocken dieser, ohne seine Stellung im Mindesten zu verändern, oder auch nur den Kopf nach dem Frager herumzudrehn.
»Hm – verdammt kurz angebunden,« knurrte der Bediente und maß den Jäger mit tückischem Blicke – »hat wohl heute einmal gefällig Nichts zu betteln von der gnädigen Herrschaft.«
Fritz antwortete Nichts, nur die Finger seiner einen Hand umklammerten den Flintenlauf etwas fester, während er mit der anderen einen raschen Marsch auf dem Fensterbrete trommelte.
»Hat sich auch die Stiefeln wieder nicht abgetreten, der Mosje,« fuhr der Alte, augenscheinlich eine Ursache zum Streit suchend, fort, »und schmiert die fettige Mütze an der weiß und sauber lackirten Wand herum – wir sind hier nicht in der Schenke.«
»Wären wir's,« fuhr aber jetzt der heute überdies nicht gut gelaunte Jäger auf, dem die Geduld doch endlich riß – »so solltest Du sehen, Molch Du, wie ich Dir das ungewaschene Schandmaul stopfte.«
»Alle Wetter!« rief der greise Bediente, vor diesem unerwarteten Angriff zurückprallend.
»Was giebt's da wieder?« sagte aber in diesem Augenblicke die Stimme des Gutsbesitzers und Oberpostdirectors von Gaulitz, »könnt Ihr denn nicht die paar Minuten, die Ihr hier zusammenkommt, in Ruh' und Frieden verbringen? – Komm herein, Fritz, und Du Peter bekümmerst Dich um Deine Teller und Schüsseln und treibst Dich künftig nicht auf dem Gange hier herum, wenn Du anderweit zu thun hast.«
Er trat rasch in das Zimmer zurück und der Jägerbursche, der seine Flinte vorher in die Fensterecke gelehnt hatte, folgte ihm dort hinein und blieb auf der Schwelle stehen.
»Laß mir den Alten in Ruh',« redete ihn hier, gleich beim Eintritt, der gestrenge Herr von Gaulitz an – »Du hast fortwährend an ihm herumzuhäkeln.«