Der Bleiche glitt wie ein Ohrwurm zur Thür hinaus, Fritz aber, der zuerst bei dem tölpischen Jagdvergleich desselben verächtlich die Nase gerümpft hatte, konnte doch nicht umhin, der späteren Verhandlung, die jedenfalls irgend ein wichtiges Ereigniß betraf, aufmerksamer zu horchen. Herr von Gaulitz ließ ihn jedoch nicht lange über das, was er bis dahin nur zu errathen gesucht hatte, in Zweifel.
»Siehst Du?« – sagte er, als sich die Thür hinter dem Burschen schloß – »die haben bessere Nasen, als Ihr Jäger mit allen Euren Treibern – die wissen, wo der Flüchtige zu Bau gegangen ist!«
»Wer? – Der, den wir aus dem Walde getrieben?« rief Fritz erstaunt.
»Allerdings, und heute Abend soll er ein sichereres Quartier haben, als sein jetziges ist. Du aber, Fritz, magst ebenfalls in der Nähe bleiben, bis sie den Gefangenen eingebracht haben; nicht etwa, daß ich glaubte er würde sich zur Wehr setzen, oder daß ich irgend eine andere Gewaltthat befürchtete, aber – es ist doch besser. Nach Dunkelwerden sollen sie ihn bringen, und jetzt geh einmal indessen hinauf zum Pastor, und bestell' dort, ich ließe ihn bitten, zum Kaffee herunter zu kommen, seine Tochter, die heute bei uns gegessen hat, bleibt auch noch unten – ich hätte etwas Wichtiges mit ihm zu sprechen.«
»Sehr wohl, Euer Gnaden –«
»Also Holke!«
»Zu Befehl, Euer Gnaden!«
»Haltet mir die Bauern unter; find ich oder Jemand Anderes wieder ein angeschossenes oder verendetes Stück im Walde, ohne daß der Thäter, wenn nicht bestraft, doch angezeigt wäre, so könnt Ihr Euch Beide freuen – Du und Dein Vater –«
Der Jäger erwiederte Nichts weiter darauf, sondern verbeugte sich nur, und verließ das Zimmer.
Als sich der Oberpostdirector gerade wandte, um in den Speisesaal zurück zu kehren, trat der alte Poller mit einer riesigen Kaffeemaschine herein, und hinter ihm her kam die Wirthschaftsmamsell mit zwei Körbchen voll Gebackenem.