»Nun, die ist doch einfach genug,« lachte Sophie – »blos was ich bin, sollen Sie rathen, und rathen deshalb, weil Sie's eben noch nicht wissen.«
»Nun denn, des Herrn Pastor –«
»Ach lari fari,« unterbrach sie scherzend die Jungfrau – »das will ich nicht wissen, mehr – höher hinauf.«
»Höher hinauf – die Wohlthäterin des halben Dorfes.«
Sophiens Hand lag im Nu auf des Mädchens Lippen.
»Das ist gegen die Abrede,« rief sie rasch, »ordentlich gerathen, aber höher hinauf.«
»Ich bin es nicht im Stande,« sagte Marie mit leiser, eintöniger Stimme.
»Glaub' es,« tönte die fröhliche Antwort, »denn es kommt mir selbst überraschend genug, und so will ich es Ihnen denn rund heraus und einfach sagen, aber – vorher die Hand darauf, Sie sprechen zu keinem Menschen mit einer Sterbenssylbe davon?«
Marie reichte ihr schweigend die Hand.
»Nun denn, wissen Sie, was ich bin? – Ich bin Braut – nun Herr Gott, was erschrecken Sie denn so, das ist doch Nichts so Erschreckliches?«