»Ei beim Teufel« zürnte aber der junge Mann mit dem Fuß stampfend — »der Herr hier weiß wie wir zusammen stehn und sollte es vermeiden Scenen zu erneun, die nur für beide Theile unangenehm sein können. Ich bedarf seiner Einmischung in meine Angelegenheiten nicht — ich verlange sie nicht und, beim Himmel, ich will sie nicht dulden.«

»Herr Delavigne — Sie trotzen auf die Macht die Ihre Landsleute in diesem Augenblick gerade hier besitzen« rief der Geistliche aber jetzt auch gereizt.

»Ich trotze auf die Macht die mir mein Hausrecht giebt« rief aber der junge Mann.

»Ich glaubte Sie mir zum Dank verpflichtet zu sehn« sagte der Missionair da, der seine ganze Ruhe wieder gewonnen — »und bedaure, mich geirrt zu haben.«

»Er hat es so gut gemeint, René« bat die Frau.

»Die Minuten verfliegen« rief aber der junge Mann, »und wenige nur sind noch die unseren — in kurzer Zeit kann das Boot hier sein, Sadie, das Dich mir entführt.«

»Ich sehe wie es steht« sagte der Missionair ernst und fast traurig — »Gottes Wort wird überflüssig wo der Welt Stolz die Zügel faßt und dem ewigen Verderben mit raschen flüchtigen Schritten entgegeneilt. So lebe denn wohl Prudentia — die Stunde schlägt die Dich jenem stillen freundlichen Insellande wieder zuführen soll — möge es dieselbe sein, die Dich auch wieder zu Gottes Vaterhuld zurückführt. So bete zu ihm, daß er Dir gnädig Deine Sünden vergeben möge und behalte und wahre ihn in Deinem Herzen, der das Licht ist und Heil und die Hoffnung der Gläubigen in aller Ewigkeit — Amen.«

Und mit diesen Abschiedsworten hob er das Kind, das Sadie indessen wieder an sich genommen, zu sich auf, küßte und segnete es, gab es der Mutter zurück, neigte noch einmal die Hand gegen sie, und den finster dabei stehenden, den Gruß kalt erwiedernden Gatten und schritt dann langsam durch den Garten, durch dessen Pforte er bald darauf verschwand.

Sadie aber lehnte ihr Haupt leise an des Gatten Brust und flüsterte mit weherfüllter Stimme:

»Oh René, Du hast mir weh, recht weh gethan, mit Deinen heftigen, undankbaren Worten —«