»Du hast mir und ihr auch noch Vorwürfe zu machen, nicht wahr, Du böser, nichtsnutziger Wi-Wi?« rief aber das Mädchen, trotzig sich die Locken aus der Stirn schüttelnd und mit zornigem Blick ihn anblitzend — »Wehe über Dich; aber die Strafe bleibt Dir nicht aus, und dann denk' an mich, dann erschein' ich Dir in Deinen Träumen und quäle und martere Dich, trockne Dir Falten in die Wangen und bleiche Dir das Haar — denk' an Aia.«

»Tolles Mädchen was hast Du?« lachte aber René — »kann ich dafür, wenn jene Kriegsschiffe vielleicht ungerecht dies Volk überfallen und sich unterwerfen? trag' ich die Schuld des vergossenen Blutes und all der darum vergossenen Thränen?«

»Nein, Gott sei Dank nicht das auch noch,« sagte Aia, »doch genug, übergenug davon zu reden. Aber ich bin nicht zu Dir gekommen, falscher Ferani, sondern zu Deinem Weib — ich will mein Wort lösen, das ich ihr einst gegeben.«

»Dein Wort Aia?«

»Sagte ich Dir nicht, daß wenn Dich Alle verließen und von Dir gingen, ich zu Dir kommen und bei Dir bleiben würde, und daß wir dann lachen und singen und tanzen und es toller treiben wollten, wie alle Anderen zusammen? — und Gott weiß es, sie treiben's toll genug.«

»Aber wunderliches Mädchen Du« sagte Sadie, während dennoch ein eigenes, wehes Gefühl ihr dabei das Herz durchzuckte, »wie fällst Du auf solch traurige Gedanken — wer hat Dir die Grillen in den Kopf gesetzt?«

»Und gehst Du nicht zurück nach Atiu?« rief Aia schnell und fast freudig.

»Allerdings geh ich dorthin.«

»Und René geht mit Dir?«

»Allerdings.«