»Morgen schon, soviel ich weiß, wenn er alle seine Siebensachen packen und zu Schiff bringen kann — er hat einen kleinen Cutter gemiethet, der schon bei seinem Hause liegt. Nein die Sache ist Ernst und nicht nur eine flüchtige Idee; ein Schlag aus reinem Himmel, denn gestern, wo ihn Brouard auf der Straße traf, wußte er noch kein Wort davon. Aber ich muß wieder fort — er kommt jedenfalls noch zu Euch hierher heute, Adieu zu sagen, und wenn ich nicht da sein sollte, bitte gieb ihm dies Papier hier, Marie; ich habe ihm versprochen, es hierher für ihn zu legen, vielleicht komm ich nachher noch einmal herüber.« Und mit kurzem Gruß verließ er das Zimmer wieder.

Die Frauen saßen noch schweigend, und in tiefem Nachdenken, als Mons. Belard schon lange das Zimmer verlassen hatte, und Susanna berührte wieder leise die Tasten in weichen, kaum hörbaren Akkorden.

»Merkwürdig« brach Madame Belard endlich das Schweigen — »etwas muß da vorgefallen sein, was ihn kann zu diesem wunderbar raschen Entschluß getrieben haben — gestern Abend schon sein eigenthümliches Betragen.«

»Du sprichst von Mons. Delavigne?« sagte Susanna, ohne die Freundin anzusehn.

Madame Belard schaute rasch nach ihr um, ließ ihr Auge einen Moment auf ihr ruhen und sagte dann leise:

»Ja.«

»Die Männer sind wunderliches Volk« sagte die Schöne — »er wird sich mit seiner Sadie wieder in einen Palmenhain zurückziehn, und von der Welt — in ihren Armen träumen.«

Madame Belard schüttelte traurig mit dem Kopf und sagte ernst:

»Das ist nicht Alles wie es sein sollte — hätte er den Entschluß langsam und mit reiflicher Ueberlegung gefaßt, so würde es mich recht von Herzen, in tiefster Seele gefreut haben.«

»Wie so?« frug Susanna rasch.