»Endlich« knurrte der Seemann, die Zähne fest zusammenbeißend und wie er den Ruf kaum, eben so vorsichtig, beantwortet, kam auch schon im Fahrwasser das lange Floß mit den Schwimmern heran. »Wo zum Teufel habt Ihr so ewig lang gesteckt?« fluchte hier Jim ihnen entgegen, »glaubt Ihr daß sie uns die ganze Nacht Raum zu unserer Arbeit geben werden?«

»Wir saßen da drüben auf einer Koralle und konnten nicht wieder loskommen« sagte Einer der Eingebornen.

»Und habt einen Skandal gemacht, daß man's hätte in Papetee hören können« zürnte der Ire.

»Hat die Schildwacht 'was gemerkt?«

»Euere Schuld wär's nicht, wenn sie's hätte — aber jetzt fort, heran hier mit dem Faß, und nicht länger geschwatzt — habt Ihr die Säge mit? — so hier, nun sägt die Reifen vorsichtig durch — halt ich will das selber thun — herauf mit dem Faß hier, und Du mein Bursche läufst über den Weg hinauf und holst die Leute herunter die dort versteckt liegen — Rasch mit Dir, sie sollen Alle kommen, wir müssen die Fracht in Zeit von einer Stunde wenigstens im Busch drinn haben; dort bleibt uns dann die ganze übrige Nacht, sie aus dem Weg zu schaffen.«

Der Insulaner schlich sich rasch am Haus hinauf und kehrte bald darauf mit einer Anzahl seiner Landsleute zurück, die schon ungeduldig genug darauf gewartet hatten abgerufen zu werden, Jim aber sägte indessen mit einer seinen scharfen, besonders dazu hergerichteten Säge die hölzernen Reifen der Fässer durch, diese zu öffnen, und reichte die schon in tragbare Pakete eingeschnürten Gewehre, wie die kleinen Fäßchen Pulver rasch hinter einander hinaus. Blei befand sich schon genug an Land, was früher zu anderen Zwecken bestimmt gewesen. Vier Fässer waren solcher Art in unglaublich kurzer Zeit aufs Trockene gewälzt, geöffnet und geleert worden, und selbst von dem fünften hatte Jim schon die Reifen herunter, die Dauben mit Hülfe von ein paar Insulanern sorgfältig auseinander genommen, und angefangen die Pakete herauszureichen, mit denen zwei augenblicklich nach oben liefen, als sie den zurückkehrenden René über den freien Platz gleiten und in das Haus verschwinden sahen. Einer der Indianer sprang rasch zurück, dem Iren die unwillkommene Ankunft zu melden, dieser aber ließ sich nicht irre machen und betrieb das Ausladen nur um so schärfer.

»Fort mit Euch — fort.« flüsterte er rasch und leise — »in zehn Minuten können wir mit unserer ganzen Sache in Sicherheit sein und dann mögen sie kommen und spioniren; in die Guiaven folgt uns doch so leicht Keiner hinein. Hier meine Jungen, auf mit Euch und davon — was steht Ihr da? — die Thür? — fort mit Euch — so lange das Zeichen nicht — ha Teufel!« unterbrach er sich rasch, als da Mitonares langgezogener Warnungsruf zu ihm niederschallte, »da ist wirklich Noth an Mann.«

»Sollen wir noch gerad hinauf?« frug ihn Einer der Leute, der seine Last schon auf den Schultern trug.

»Nein, hier rechts hinein« rief Jim rasch, »in des Franzosen Haus da neben an ist auch Niemand daheim, und die Fenz hier unten am Wasser hab' ich schon niedergebrochen. Dort hinüber und dann gerade hinauf in die Guiaven. Hier noch ein Pack. Pest, wenn nur noch zwei Leute unten wären; fort — macht daß Ihr fortkommt — um Euer Leben.«

Und die Warnung kam nicht zu spät, denn Jim O'Flannagans scharfes Ohr hatte schon die herbeieilenden Soldaten entdeckt, die rasch und ziemlich laut durch die Büsche traten, während zu gleicher Zeit René in seiner Thür erschien. Nur noch zwei Pakete Waffen waren dabei übrig geblieben, davon schob er das eine jetzt rasch auf das Deck des kleinen Cutters, vielleicht vor anbrechendem Morgen noch einmal Gelegenheit zu bekommen es von dort wieder durch irgend einen der Eingeborenen zu entfernen, während er selber das andere auffaßte und damit, so rasch ihn seine Füße trugen, den letztgegangenen Indianern folgte.