Pomare.«
Der ehrwürdige Mr. Rowe bekam, wahrscheinlich selbst von Französischer Seite, einen Wink, daß der Königin in Folge dieses Briefes Gefahr für ihre persönliche Sicherheit drohe, und verlor, durch Mr. Pritchards Gefangennehmung überdies noch aufgeregt und eingeschüchtert, dermaßen den Kopf, daß er auf der Stelle zu ihr zu eilen beschloß, sie auf das Dringendste zur Flucht zu mahnen.
Pomare war allein, als ihr der Missionair gemeldet wurde, und Bruder Rowe mußte lange draußen warten ehe er vorgelassen werden konnte. Selbst ihre Einanas hatte die Königin von sich entfernt; die Mädchen saßen und lagen draußen auf der Verandah herum und flüsterten leise miteinander — sie wagten nicht laut zu reden. Nur eine von ihnen ging hinein die Gebieterin von der Ankunft des Geistlichen zu benachrichtigen, und kam dann zu den Uebrigen zurück, denen sie mit halblauter Stimme etwas zuflüsterte.
»Hast Du Pomare meinen Namen genannt, Waihine?« frug der Geistliche endlich, dem der Boden anfing unter den Füßen zu brennen — »weiß sie daß ich hier bin und sie sprechen muß?«
»Ja, Mitonare!« lautete die leise Antwort.
»Und was hat sie gesagt?«
»Mitonare soll warten« — das Gespräch war wieder abgebrochen.
»Mitonare soll warten« — und die Zeit verfloß indeß, die ihr vielleicht noch geblieben, und mit der Königin waren auch alle ihre Rathgeber gefährdet — wer weiß was sie vielleicht in ihrem weibischen Trotz Alles aussagte und — gestand.
Der Missionair ging mit raschen ungeduldigen Schritten wieder draußen auf und ab.
»Sie muß mich vergessen haben« rief er aber endlich, nicht länger im Stande seinen Unmuth zu verbergen, indem er wieder vor der Einana stehen blieb — »fort mit Dir, Waihine — sage noch einmal daß ich da bin, und Pomare sprechen muß, denn ich hätte ihr Wichtiges — sehr Wichtiges mitzutheilen.«