Während ein Theil aber wieder, rasch um den Missionair gesammelt, zu einer Dankeshymne die Stimme erhob, dem Herrn der Heerschaaren, der seine Hand über ihnen gehalten in der schweren Stunde, flogen die Mädchen und jungen Leute wieder zum kecken ausgelassenen Tanz. Maire vor Allen, auf den blutgetränkten Boden des einen Walles springend, auf dem der Kampf am hartnäckigsten gewesen und wo selbst die Guiavenbüsche von den Stürmenden wie Belagerten zur Seite gerissen waren, freien Spielraum für ihre Waffen zu haben und Auge in Auge den Gegner zu treffen und zu bekämpfen, war die tollste; dort stand und sprang jetzt das halbnackte, bildschöne wilde Mädchen mit blitzenden funkelnden Augen in den wildesten unanständigen Gebärden ihres Tanzes nach den Schiffen hinüber spottend und drohend –
»Kommt!« sang oder schrie sie vielmehr dabei, denn die Adern ihrer Schläfe waren zum Zerspringen angespannt,
Kommt Ihr Feranis her –
Habt Ihr den Muth nicht mehr?
Kommt –
Hei wie Ihr laufen könnt
Hei wie Ihr –
Ein wilder, gar nicht dieser Erde angehörender Schrei endete das kecke Lied, und die Arme emporwerfend, während von einer benachbarten, kaum zugänglichen Felskuppe der Donner der Geschütze ganz in der Nähe herüberschmetterte und die überraschten Eingeborenen erschreckt aufschauen machte nach dem neuen Gegner – flog der von einer Kartätsche zerrissene Körper der jungen Tänzerin – ein furchtbarer Anblick – über den inneren Wall herunter in die Verschanzung.
Einzelne Kugeln schlugen noch außerdem hie und da ein, und zum ersten Mal erkannten die Belagerten jetzt daß die Feinde, während des Nebels jedenfalls, eine bessere und höher gelegene Position für ihre Geschütze eingenommen hatten, und wenn sie auch sich nicht denken konnten wie die Feranis den fast unzugänglichen schmalen Pfad dort hinauf allein gefunden haben konnten, ließ sich doch die Thatsache selber, die ihnen Kugel nach Kugel herüber sandte, nicht verleugnen.
Die Franzosen hatten aber auch in der That den Platz durch Verrath genommen, und zwar von einem »Capitain Henry«, wie behauptet wird dem Sohn eines englischen Missionairs, selber geführt, der dem französischen Commandant zuerst den Angriff auf jenen so vortrefflich befestigten Punkt ganz abgerathen und jetzt, als der Angriff zurückgeschlagen worden, den Sieg dadurch auf Seite der Franzosen zu lenken suchte, daß er ihnen den Pfad zeigte, ihre Geschütze günstiger placiren und damit zum Theil die innere Verschanzung der Eingeborenen beherrschen zu können. Durch den Nebel begünstigt, als abgeschickte Boten den wahrscheinlichen Ausgang des Kampfes gemeldet, wurden die Geschütze an Ort und Stelle hinaufgeschleppt und die erste Ahnung welche die Eingeborenen von der gefährlichen Nähe bekommen, war eben die, von dort herübergefeuerte erste Salve.