»Die Wi Wis?« riefen die ihm nächst stehenden Indianer rasch – »wo sind sie – wie viel – haben sie Kanonen mit.«

»Sie bringen eine Botschaft von Papetee« fuhr Raiteo aber, gegen den Geistlichen gewandt, fort.

»Was wollen sie von uns?« frug dieser finster – »heute ist kein Tag mit ihnen zu verhandeln – der Sabbath ist heilig und darf nicht ihretwegen gebrochen werden.«

»Wenn Du eine Botschaft von den Feranis bringst, Bursche, so hast Du Dich damit an mich zu wenden und an Niemand anders!« unterbrach in diesem Augenblick eine ernste tiefe Stimme das Gespräch der beiden, und der alte wackere Häuptling Utami, einen Tapamantel um seine Schulter geschlagen, der nur den rechten mit einem langen Europäischen Pallasch bewehrten Arm frei und nackt ließ, trat aus einer Gruppe von Eingeborenen vor und dem Boten gegenüber.

»Bruder Utami« sagte Mr. Rowe mit etwas scharfer zurechtweisender Stimme, »ich verkündete in diesem Augenblick das Wort des Herrn an heiliger Stätte, und es war richtig, glaub ich, meiner schwachen Meinung nach, daß sich der Bote, noch dazu ein junger Diener des Höchsten durch unsern schwachen Beistand, an mich wandte, die Entweihung des Sabbaths zu entschuldigen.«

»Bringst Du Botschaft über irgend etwas das mit Gottes Wort in Verbindung steht?« frug der Häuptling finster, ohne auf den Einwurf weiter zu achten.

»Botschaft von den Feranis unten, Utami.«

»Dann hast Du das Wort auch an mich zu richten, als den Häuptling und an niemand Anders« lautete die barsche Antwort, die das Blut in die Wangen des Priesters jagte, aber er wagte doch nicht dem ernsten Mann entgegen zu treten, und die Finger falteten sich wieder wie unwillkürlich in einander und die Augen suchten den Himmel – es war ein Blick der Versöhnung, der aber an Utami leider total verloren ging.

»Wer feuerte den Schuß?« frug jetzt der Häuptling wieder und sah den Insulaner forschend an.

»Einer der Posten glaub ich, als sie die Wi Wis den Berg heraufkommen sahen, und wahrscheinlich glaubten es kämen mehr hinterdrein.«