»Wir wollen fortfahren unsere Augen zu Gott zu erheben, Bruder Aue – Raiteo, Du magst den Feranis melden daß sie uns morgen früh mit Sonnenaufgang bei der Berathung ihrer Frage und der Untersuchung des Gefangenen finden sollen. Heute ist der dem Herrn geweihte Tag und nichts Irdisches, vielweniger die Privatverhältnisse eines Papisten, sollen uns abhalten von unserer Pflicht, die wir zuerst dem Höchsten, dann erst unseren eigenen Zuständen schulden.«

»Und die Feranis sollen wieder nach Papetee zurückgehn?« frug Raiteo, halb mit einem Anflug von Schadenfreude in den Worten.

»Ich habe es gesagt« erwiederte Bruder Aonui.

»Und der Wi Wi soll hier oben bleiben?« setzte Raiteo mit demselben Blick hinzu.

»Störe uns nicht weiter durch Deine nutzlosen Fragen, Bruder Raiteo« sagte der Geistliche da mit freundlicher doch zurechtweisender Stimme, »Du hast Deine Antwort, melde sie den Feranis, obgleich ich nicht recht weiß wie Du dazu kommst ihr Bote zu sein.«

»Ich war gestern –«

»Ruhig – ich will heute keine Erzählung irdischer Dinge mit anhören, wir haben genug unserer kostbaren Zeit auf leichtsinnige Weise vergeudet – weshalb gehst Du nicht?«

»Ich?« sagte Raiteo – und es war fast unmöglich bei den Worten einen bestimmten Ausdruck für seine Züge zu finden, in denen es zuckte und zog als er sich dazu zwang ernst und ehrbar auszusehn – »ich? – was hab ich weiter mit den Wi Wis zu thun – ich habe sie den Berg heraufgebracht weil ich mußte – unten, wo sie nicht weiter dürfen, stehn sie – Jemand Anders kann sie hinunter bringen.«

»Möge sie Gott erleuchten« sagte Bruder Rowe mit einem flehenden Blick nach oben, und in die schrillen Töne eines Psalms einbiegend, dem der Chor gleich darauf mit lauter lebendiger Stimme folgte, wurde jede Verhandlung über den Gegenstand vollkommen abgeschnitten und aus dem Bereich weiterer Besprechung gebracht. Raiteo aber kauerte sich, gleich wo er stand, auf den Boden nieder und erhob seine Stimme vor dem Herrn, lauter und andächtiger, wenn man seinem äußeren Menschen glauben wollte, als irgend eines der übrigen Mitglieder der Gemeinde.

Teraitane allein, der keineswegs beabsichtigte die Feranis auf solche Weise zu behandeln, und nur noch mehr und unnützer Weise zu reizen, verließ das Lager und stieg den Pfad hinab, ihnen die Meldung selber zu bringen, daß die Häuptlinge beschlossen hätten heute, als an einem Sabbath, sich in keine weltlichen Dinge zu mischen, und das Verhör und die Untersuchung des Gefangenen auf morgen früh verschieben wollten.