»Was brachte Euch Feranis vorgestern Abend aus der widerrechtlich in Besitz genommenen Stadt bewaffnet hervor, und weshalb grifft Ihr unsere Männer an und erschluget zwei und führtet Andere gefangen fort?«
»Zuerst« erwiederte René, »gehörte ich gar nicht mit zu der Patrouille, der ich mich nur anschloß halb müßiger Zeit wegen, halb der Habhaftwerdung eines Verbrechers beizuwohnen, dessen Nähe dem Gouverneur gemeldet worden, und den er zu fangen und unschädlich zu machen wünschte. Die Patrouille hatte keinen anderen Zweck und die Insulaner überfielen sie zuerst, die Gefangenen wieder zu befreien.«
»So hatten unsere Kundschafter doch recht und O'Fa-na-ga ist gefangen« sagte der Häuptling, »aber was hatte er gethan?«
»Gemordet und geraubt in früherer Zeit« entgegnete René; »er ist ein böser Mensch, und Einer der Officiere hatte ihn erkannt.«
»Ihr bringt da Anschuldigungen von denen wir nichts wissen« sagte aber Utami – »oft hätten wir können Einzelne von Euch gefangen nehmen, aber wir haben es nicht gethan, wir führten keinen Krieg mit Einzelnen und wir erwarteten dasselbe von Euch. O'Fanaga kämpfte in unseren Reihen und stand unter unserem Schutz.«
»Dann hätte er darunter bleiben sollen« lachte René, »jetzt wird ihm schwerlich viel Zeit mehr gegeben werden den zu beanspruchen.«
»Dann schlimm für Dich!« rief Aonui hier, zornig den Arm gegen ihn ausstreckend – »dasselbe Schicksal des O'Fa-na-ga unten von Deinen Landsleuten trifft, Ferani, erwartet auch Dich.«
»Möcht' ich mir nicht wünschen« lachte René, noch immer fest entschlossen den Insulanern gegenüber auch keinen Schein von Furcht zu zeigen – »haben sie ihn gefangen, so erwartet ihn der Strick – wenn er nicht schon hängt.«
»Dann hängst auch Du!« schrie Potowai, den Arm wild gegen ihn ausstreckend – »O'Fa-na-ga war mein Freund.«
»Schlechte Empfehlung für Dich« sagte der unerschütterliche Franzose.