»Und wollen Sie den Zug begleiten, Delavigne?« frug der Gouverneur, als Lefévre das Zimmer verlassen und er ebenfalls im Begriff war sich zu empfehlen.

Der junge Mann schüttelte mit dem Kopf.

»Ich will auf den Inseln leben« sagte er, und es war fast, als ob er sich Gewalt anthun müsse für diese Antwort – »und – möchte Alles vermeiden in zu feindselige Berührung mit den Bewohnern zu kommen – wenn auch nicht meinet, doch meiner Frau wegen.«

»Aber Lefévre lebt auch hier« lachte der Gouverneur, »und genirt sich nicht, wie Sie sehn – er nahm die Sache mit einem ordentlichen Feuereifer auf, und ich bin fest überzeugt, er wird sein Möglichstes thun seinen Zweck zu erreichen.«

»Wir Menschen haben verschiedene Charaktere« erwiederte René ausweichend – »Lefévre denkt darin wahrscheinlich, wie in manchem Anderen auch anders wie ich. Außerdem verspreche ich mir nicht den geringsten Erfolg von dieser Mission – ich fürchte die Insulaner sitzen uns näher als wir glauben.«

»Bah« lachte der Gouverneur, »die Burschen wagen sich nicht wieder in den Bereich unserer Kanonen, und werden sich jedenfalls mit Plänkeleien begnügen, bis sie's satt bekommen, oder wir im Stande sind ihnen die Rädelsführer wegzufangen; der Indianer selber ist viel zu indolent einen Krieg aus Grundsatz zu führen. Doch dem sei wie ihm wolle« brach er plötzlich kurz ab, »ich möchte Ihnen nicht zureden, wünsche es aber Ihrer selbst wegen, daß Sie noch von dem unglückseligen Gedanken zurückkommen, auf einer wüsten Insel Ihr Leben zu beschließen.«

»Wüsten Insel« sagte René, lächelnd den Kopf schüttelnd.

»Wüst für uns, und wenn es ein Paradies an Scenerie wäre – wo wohnen Sie jetzt, Delavigne?«

»Nirgend« lachte der junge Mann, »mein Haus draußen haben sie mir abgebrannt, so hab' ich mich derweil bei Vater Conet einquartirt, der mir ein Zimmer freundlich zur Verfügung stellte.«

»Ah, dort sind Sie gut aufgehoben, sonst hätt' ich selber Rath für Sie geschafft; unser Krieg hat Sie geschädigt und es wird an uns sein, Ihnen das später wieder zu vergüten. So, jetzt guten Abend, und ich hoffe Sie morgen wieder zu sehn.«