»Und wohnt jetzt wirklich Utami in der alten Hütte oben, Aumama?« frug Lefévre, der nicht allein jene Erinnerungen zu vermeiden wünschte, sondern dem auch daran lag, jetzt zu erfahren was er wissen mußte, wollte er nicht die Zeit hier leichtsinnig und nutzlos verstreichen lassen.

»Was hast Du mit dem alten Haus?« sagte Aumama aber finster – »was kümmerts Dich, ob es bewohnt ist oder leer steht. Nein, kehre zurück Mann in Deine Stadt – kehre zurück zu den Deinen – ich und die Kinder haben Dir verziehn – Gott hat es so gewollt, doch laß uns unseren Frieden. Ich wollte mich rächen einst an Dir – die Zeit ist jetzt vorbei, und während ich gerade dachte daß an solcher Stelle, die der Erinnerungen so viele und – so wehe für mich hat – der Zorn und Haß die Ueberhand gewinnen müsse, stimmt es mich weich und weibisch – gehe fort.«

»Utami wohnt jetzt in dem Haus – ich weiß es – ist er allein? – ich möchte ihn sprechen wenn es irgend geht –« sagte Lefévre, der dem Weibe wohl ansah daß sie mehr wußte als sie eigentlich sagen wollte.

»Du möchtest ihn sprechen? und weshalb?«

»Vielleicht bring ich ihm Frieden.«

»Oh, wer Dir trauen dürfte« sagte die Frau, tief aufseufzend – »aber« – setzte sie dann rascher hinzu – »willst Du allein zu ihm gehen?«

»Ich habe nur noch einen Knaben bei mir, den ich zurückließ und erst dann holen will.«

»Nur einen Knaben?« frug die Frau und ihre Augen hafteten scharf und forschend auf dem scheu sie meidenden Blick des Feranis. »Nur einen Knaben? und weshalb ließest Du den zurück? hattet Ihr nicht Beide Platz im Pfad?«

»Ist Utami allein?«

»Nein, noch ein anderer Häuptling ist bei ihm.«