»Kennst Du seinen Namen?«

»Fanue!«

»Von Tairabu« – rief Lefévre schnell, »und hat ihn Niemand hierher begleitet?«

»Wen wolltest Du noch?« frug Aumama lauernd, und die Augen blitzten Haß und Eifersucht auf den Verräther.

Wäre Lefévres Auge nicht dem Blick des Weibes ausgewichen, er hätte sich die Frage ersparen können, so aber sagte er mit erzwungener Gleichgültigkeit, und dabei mit dem Heft seines Pistols spielend.

»Ich meinte nur ob Nahuihua, das spröde wilde Ding von Tairabu vielleicht mit herüber gekommen wäre Dich zu besuchen.«

»Ja – sie ist da« hauchte Aumama, und die Unterlippe leicht zwischen die beiden Reihen ihrer perlenreinen Zähne gepreßt, die Augen fest und forschend auf den Fragenden geheftet, stand sie da, halb abgewandt von ihm, als ob sie fliehen wolle und doch nicht von der Stelle könne – dürfe.

»Sie ist da?« rief aber Lefévre rasch und unbedachtsam mit freudestrahlenden Blicken, und unwillkürlich fast machte er eine Bewegung nach vorwärts, aber sich besinnend setzte er hinzu – »doch einerlei – ich darf auch meinen Begleiter nicht im Stich lassen und muß den holen – leb wohl Aumama – doch vielleicht sehe ich Dich nachher noch wieder und – und Mädchen, wenn Du etwas brauchen solltest – wenn Dir irgend etwas fehlte, was ich Dir schaffen kann – laß mich's wissen in Papetee, und wenn's in meinen Kräften steht, sollst Du's haben.«

Aumama erwiederte Nichts, und sah ihn lange schweigend an; wie er ihr aber freundlich zunickte und sich wandte, den Pfad wieder zurück zu gehn, rief sie ihm nach und sagte leise:

»Bleib hier, Lefévre – gehe nicht wieder hinunter in's Thal. Willst Du wirklich mit Utami sprechen und will Dein Mund Frieden bringen und Freundschaft, so komm mit mir – allein, wie Du da stehst und gehst. Ich gebe Dir mein Wort, sicher sollst Du die Hütte betreten, sicher Papetee wieder erreichen – mit meinem eigenen Blute hafte ich Dir für das Deine. – Komm und ich will Dich führen, wie in früherer Zeit, und kein Groll soll in meinem Herzen Raum haben für Dich, kein Schlag desselben soll gegen Dich gerichtet sein.«