Wilder Lärm draußen unterbrach sie hier; die Leute sprangen durch einander und verworrene Rufe wurden laut. Die beiden jungen Leute waren der Thür zugeeilt, zu sehn was es gäbe, als draußen die scharfen Schläge einer Trommel ertönten.
»Alle Wetter!« rief Adolphe, »es scheint Ernst zu werden, die Trommel ruft uns auf unsere Sammelplätze. Und wo sehen wir uns wieder, René?«
»Heute Abend hier.«
»Gut denn, und ade so lange!« und mit herzlichem Kuß und Handdruck trennten sich die Freunde, Adolphe seinem neuen Beruf mit all dem lebendigen Feuereifer obliegend, eben in dem Neuen der Sache den Reiz findend der ihn auch für manche Last und Unannehmlichkeit entschädigen mußte, während René in der Thür stehen blieb und ihm die Straße hinab nachschaute, bis ihn eine Biegung derselben seinen Blicken entzog. Tief aufseufzend drehte er sich dann um und wandte sich, theils in das Haus zurück zu gehen und seinen Hut zu holen, theils zu sehen was es gebe, als er seinen Namen gerufen hörte und sich umschauend Lefévre erkannte, der mit ausgestreckter Hand auf ihn zu kam.
Der früher so muntere und leichtherzige Nachbar sah aber gar verändert und angegriffen aus. Er trug den linken Arm in der Binde und war bleich und abgemagert, auch der Blick seines Auges hatte etwas Feindliches, Stieres gewonnen, das er sonst nicht gehabt.
»Hallo Lefévre, wie sehn Sie aus?« rief René erstaunt – »wo wurden Sie denn verwundet, und sind denn unsere Truppen schon mit den Eingeborenen zusammengetroffen?«
»Hier noch nicht« sagte Lefévre, mit einem eignen Lächeln in den scharf ausgeprägten und keineswegs angenehmen Zügen, »wenigstens bis heute Morgen nicht, aber jetzt gerade gehts los, und ich will mir nur eben meinen Säbel und meine Pistolen holen, als Freiwilliger den Spaß mit zu machen.«
»Mit dem Arm in der Binde?« sagte René kopfschüttelnd. »Sie sollten froh sein daß Sie eine Entschuldigung haben nicht gegen die Eingeborenen fechten zu müssen, weshalb das muthwillig herbeiziehen. Gehören wir Beiden nicht zu ihnen?«
»Zu den rothen Hallunken?« rief Lefévre mit einem wilden Fluch – »hol sie der Teufel alle, denn nicht Frieden giebts, bis wir die eine Hälfte von ihnen todtgeschlagen, und die andere in ihre Bergschluchten hineingejagt haben, dort von Feis und wilden Ziegen ihr Mahl zu halten. Daß die Pest zwischen sie fahre!«
»Lefévre?« rief René erstaunt – »was ist denn mit Ihnen vorgegangen? – wo ist Aumama?«