Lefévre lachte höhnisch und rief, den Kopf zurückwerfend:
»Zu ihrem Gesindel zurückgekehrt, aus dem ich ein Thor war sie heraus zu ziehen – nun, ich habe wenigstens meinen Spaß mit ihr gehabt – Sie haben Sadie auch wieder nach Atiu zurückgeschickt, wie ich höre. Gescheut, die Dirnen sind recht gut für eine kurze Zeit, so etwas muß aber nicht zu lange dauern, sonst wird es langweilig.«
»Ich habe sie hinübergeschickt um selber nachzugehn« erwiederte René ernst, »und haben Sie sich so leicht von Ihrer Frau trennen können?«
»Frau trennen können« lachte Lefévre – »wenn es ihr nicht mehr Thränen gekostet hat wie mir, sind wir alle Beide ungemein leicht davon gekommen. Aber wissen Sie daß der Teufel losgegangen ist? die Burschen machen Ernst.«
»Doch nicht hier in Papetee?« sagte René.
»Nicht gerade in der Stadt, aber in Mahaena haben sie sich verbarrikadirt und einen Trupp Soldaten, der sie von dort vertreiben wollte, mit blutigen Köpfen zurückgejagt. Eben ist die Nachricht hier hergekommen, und es soll jetzt gleich ein Bataillon dorthin aufbrechen, den Empörern zu zeigen mit wem sie eigentlich in ihrer Verblendung den Krieg begonnen. Durch diese protestantischen Missionaire aufgehetzt, glauben und hoffen sie immer noch auf die Unterstützung gar nicht vorhandener englischer Schiffe, es wäre ja sonst doch nicht möglich, daß sie nur einen Augenblick daran denken könnten, ernsthaften Widerstand zu leisten. Aber dort rückt schon das Militair heran, kommen Sie mit, René, wir machen uns einen kleinen Spaziergang dahinunter, und helfen die Burschen mit in die Berge jagen.«
René schüttelte mit dem Kopf.
»Ich habe Nichts in dem Kampf zu thun« sagte er ernster, »meine Landsleute mögen das unter sich ausmachen.«
»Bah, Sie werden doch nicht zusehn wollen wie wir uns schlagen?«
»Warum nicht? – so lange ich kein Interesse dabei habe.«