»Schmerzen? – nein – ja – hier in der Schulter – aber mir ist so wunderbar zu Muthe – wer ist noch im Zimmer?«
»Ihre Pflegerin, Monsieur, der Sie zu großem Dank verpflichtet sind, denn Sie haben uns die letzten elf Tage viele Sorge gemacht.«
»Letzten elf Tage?« wiederholte René erstaunt, »aber wer ist hier?«
»Halten Sie sich ruhig, Herr Delavigne« sagte da eine leise, oh ihm nur zu gut bekannte Stimme und wieder schoß ihm das Blut zum Herzen zurück und ein Stich, den es ihm durch die Schulter gab, machte ihn die Zähne fest aufeinander beißen.
»Susanna« flüsterte er mit kaum hörbarer Stimme vor sich hin, und ein glückliches Lächeln legte sich über die bleichen Züge. Aber die Erregung war auch zu stark gewesen für den geschwächten Körper, und mit geschlossenen Augen brauchte er viele Minuten Zeit seine Kräfte wieder zu sammeln, seine Sinne, die noch in traumhaften Bildern herüber und hinüber zuckten, der Gegenwart fest zu halten.
Als er die Augen wieder aufschlug war er allein im Zimmer mit dem Arzt, und dieser hob warnend den Finger, als er die auf ihn gerichteten Blicke bemerkte und sagte freundlich:
»Sie müssen sich, wenigstens heute, noch Alles Redens enthalten, Monsieur Delavigne; Sie sind viel zu schwach und angegriffen und können sich durch jede Aufregung den größten Schaden thun –«
»Aber lieber Doktor –«
»Ruhe« lächelte dieser – »ich kann mir etwa denken was Sie fragen wollen, und werde Ihnen deshalb, um Ihre wohl verzeihliche Neugierde zu befriedigen, einen kurzen Umriß alles dessen geben, was während den letzten elf Tagen, die Sie nun da eingeschachtelt liegen...«
»Elf Tagen?«